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Jonas von Bobbio (* um 600; † nach 659) bzw. Jonas Bobiensis war ein Benediktinermönch und Hagiograph. [1]

Kurzüberblick

Im Jahre 618 trat Jonas in die Abtei Bobbio ein, wo er bald aufgrund seiner für die damalige Zeit beachtlichen literarischen Fähigkeiten Sekretär der Äbte Atalla († 626) und Bertulf († 639), Nachfolger des irischen Gründers, wurde. 628 begleitete er Abt Bertulf nach Rom. Dieser beauftragte Jonas von Bobbio, eine Vita des Heiligen Columbanus zu schreiben. Diese ist als "Vita Columbani" erhalten. [1]

Beschreibung

Jonas von Bobbio wurde im oberitalischen Susa (Piemont) geboren. Er genoß eine gute Schulung an den antiken Schriften und trat im Jahre 618 in das von Columbanus dem Jüngeren gegründete Kloster Bobbio (Provinz Piacenza) ein. Dort führte er längere Zeit die Korrespondenz und wurde später nach einem mehrjährigen Aufenthalt im Fränkischen Reich auch (659) Abt.

Jonas von Bobbio war im 7. Jh. der fruchtbarste Hagiograph und als solcher bei der sonstigen Quellenarmut für diese Zeit neben Fredegar zugleich der ergiebigste Historiker für das Merowingerreich. Was ihn dazu vor allem befähigte, war die noch von der antiken Rhetorik ausgehende formelle Gewandtheit und relative Reinheit der Sprache, die allerdings in Gefahr gerät, durch Schwulst und Geziertheit unerträglich zu werden, wo kein reicher sachlicher Inhalt das Gegengewicht bietet.

Vita Columbani

Das Hauptwerk des Jonas von Bobbio ist die um das Jahr 642 vollendete Vita des heiligen Columban, die "Vita Columbani". Dort beschreibt er im ersten Buch, zwar nicht mehr aus eigener Anschauung, aber doch auf die besten Gewährsmänner gestützt, das Leben des irischen Missionars und Klostergründers mit seinen wechselnden Beziehungen zu den merowingischen Herrschern anschaulich und schildert trotz einiger Verschweigungen und starker Wundersucht im ganzen wahrheitsgetreu.

Im zweiten Buch schließen sich Biographien von Columbans Nachfolgern und Jüngern in Bobbio, Luxeuil und Faremoutiers, verbunden mit weiteren Wundergeschichten, daran an, so dass das ganze Werk eine vortreffliche Darstellung von Leben, Mission und Kämpfen des kolumbanischen Mönchtums gibt.

Weitere Werke

Der dadurch erlangte Ruf des Verfassers veranlasste auch andere Klöster, Jonas um die Aufzeichnung einer Vita ihres Gründers zu ersuchen. Diese Heiligenleben indes, wie z.B. die "Vita sanctorum Vedasti", die Lebensgeschichte des Vedastes (St. Vaast) († 540), in Arras und die "Vitae sanctorum Iohannis", die Lebensgeschichte des Johannes von Réôme (von Moutiers-Saint Jean) (ca. 450-539), wurden mit unzulänglichen Kenntnissen über diese längstverstorbenen Gründer flüchtig angefertigt, sind nur als recht mäßige und historisch wenig brauchbare Leistungen zu betrachten.

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Wikipedia: Jonas von Bobbio (Version vom 09.08.2016)
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