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Als Bronzezeit wird die Zeitepoche im Holozän bezeichnet, in der Metallgegenstände vorherrschend aus Bronze hergestellt wurden. Diese Epoche umfasst in Mitteleuropa etwa den Zeitraum von 2200 v. Chr. bis 800 v. Chr. Die Bronzezeit wurde um 800 v. Chr. von der Eisenzeit abgelöst.

Unterteilungen

Mitteleuropäische Bronzezeit

Frühe Bronzezeit: 2200 - 1600 v. Chr. (Dolchstäbe, Aunjetitzer Kultur).

  • 2200 – 2000 v. Chr. - Bz A1
  • 2000 – 1600 v. Chr. - Bz A2

Mittlere Bronzezeit: 1600 - 1300 v. Chr.

  • 1600 – 1500 v. Chr. - Bz B
  • 1500 – 1400 v. Chr. - Bz C1
  • 1400 – 1300 v. Chr. - Bz C2

Späte bzw. Jüngere Bronzezeit: 1300 - 800 v. Chr. (Hallstattzeit A+B, Urnenfelderzeit, Lausitzer Kultur)

  • 1300 – 1200 v. Chr. - Bz D
  • 1200 – 1000 v. Chr. - Hallstattzeit A (HaA)
    • 1200 – 1100 v. Chr. - Ha A1
    • 1100 – 1050 v. Chr. - Ha A2
  • 1000 – 800 v. Chr. - Hallstattzeit B (HaB)
    • 1050 – 950 v. Chr. - Ha B1
    • 950 – 800 v. Chr. - Ha B2/3

Nordische Bronzezeit

Als Nordische Bronzezeit (1.800 bis 530 v.Chr.) wurde von Oscar Montelius (1843-1921), einem der führenden schwedischen Prähistoriker, eine bronzezeitliche Kulturepoche in der südskandinavischen Vorgeschichte bezeichnet. Sie ist in mehrere Perioden unterteilt.

  • Ältere Nordische Bronzezeit (1800-1100 v.Chr.)
    • Periode I: 1800 v.Chr. bis 1500 v.Chr.
    • Periode II: 1500 v.Chr. bis 1300 v.Chr.
    • Periode III: 1300 v.Chr. bis 1100 v.Chr.
  • Jüngere Nordische Bronzezeit (1100-720 v.Chr.)
    • Periode IV: 1100 v.Chr. bis 950/920 v.Chr.
    • Periode V: 950/920 v.Chr. bis 730/720 v.Chr.
  • Späte Nordische Bronzezeit (720-530 v.Chr.)
    • Periode VI: 730/720 v.Chr. bis 550/530 v.Chr.

Britische Bronzezeit

Als Britische Bronzezeit (2.500 bis 700 v.Chr.) wird die bronzezeitliche Kulturepoche in der Vorgeschichte Großbritaniens bezeichnet. Sie ist in drei Phasen unterteilt. [1]

  • Frühe Britische Bronzezeit: 2500–1500 v.Chr. (Glockenbecherkultur, Wessex-Kultur)
    • 2500–2000 v.Chr.
    • 2100–1900 v.Chr.
    • 1800–1600 v.Chr.
  • Mittlere Britische Bronzezeit: 1500–1000 v.Chr. (Frühe Urnenfelderkultur)
    • 1500–1300 v.Chr.
    • 1300–1200 v.Chr.
    • 1200–1000 v.Chr.
  • Späte Britische Bronzezeit: 1000–700 v.Chr. (Späte Urnenfelderkultur)
    • 1000–900 v.Chr.
    • 800–700 v.Chr.

Beschreibung

Die Bronzezeit ist eine auf Länder mit reicherer kulturgeschichtlicher Entwicklung beschränkte, aber weit verbreitete und meist lange dauernde Mittelstufe zwischen der vormetallischen und der Eisenzeit. Ein gemeinsames Ausbreitungszentrum der Bronzebenutzung für alle „Bronzezeitprovinzen" gibt es nicht. Jedoch scheint Europa mit Vorderasien und Nordafrika zu einem Gebiet zusammenzugehören, in dessen südöstlichen Teilen die Kenntnis der Bronze viel früher verbreitet war, so dass sie sich von hier nach Westen und Norden verbreiten konnte.

Ein Teil der südeuropäischen Bronzezeit deckt sich zeitlich mit dem Ausgang der Steinzeit im Norden und Nordwesten, obwohl ein wesentlicher Bestandteil der Bronze, das Zinn, schon frühzeitig aus dem Nordwesten Europas bezogen wurde. Entsprechend kamen schon in der neolithischen Zeit nicht selten einzelne, meist kleine Bronzesachen in die westlichen und nördlichen Länder.

Jedoch begann die Bronzezeit nördlich der Alpen ziemlich plötzlich infolge verstärkter Handelsbeziehungen und bewirkte einen weitreichenden Umschwung in der materiellen und auch der geistigen Kultur der Nordeuropäischen Völker. So sei an die vielfachen neuen Erscheinungen erinnert, welche die Bronzezeit in Nordeuropa begleiten, z.B. den Leichenbrand, die Renaissance der Spiralverzierung usw. Auf eine kurze Periode europäischer, meist vergleichsweise schlichter Typen folgte eine reiche Entwicklung in den einzelnen Länderräumen.

Charakter

Dass bei vielen Völkern Jahrhunderte hindurch der Gebrauch der Bronze vorherrschte, während das Eisen unbekannt war oder nur wenig Beachtung fand, beruht neben seiner der glänzenden Erscheinung auch darauf, dass die Legierung von Kupfer und Zinn zwar schwer herzustellen, bzw. das Zinn nicht leicht zu beschaffen war, dass aber die Legierung leichter zu bearbeiten war als das Eisen. Im Gegensatz zum Eisen konnten unbrauchbar gewordene Bronzegeräte umgeschmolzen und in neuen Formen wiederhergestellt werden.

Die durch Handelsverkehr nach Nord- und Mitteleuropa eingeführten Bronzeobjekte gaben den Anstoß zur Entwickelung von regionalen Bronzekulturen, die zwar gemeinsame Grundformen, aber doch auch gewisse lokale Verschiedenheiten aufweisen. Für die regionalen Herstellungszentren sprechen u.a. auch die Gussformen zur Herstellung von Bronzegeräten und Waffen, die in den verschiedensten europäischen Ländern gefunden wurden.

Nordeuropa und Britische Inseln

In überraschend kurzer Zeit erreichte die Bronzeverarbeitung selbst den entlegenen Norden Europas, wo sie die Nordische Bronzezeit einläutete. Hier wurde nicht nur das unverkennbar vom Orient kommende Mischungsverhältnis von Kupfer zu Zinn übernommen, sondern auch die Grundtypen in der Formgebung reichen von Südeuropa bis Skandinavien. Tiefgreifende Unterschiede von der nordischen Bronzekultur zeigt wiederum die Bronzezeit in Großbritannien (2500-800 v.Chr.).

Mitteleuropa

In der Schweiz sind die Pfahlbauten die klassischen Träger der Bronzekultur; aus ihren Seen sind bis heute schon ungezählte Tausende von Geräten herausgeholt worden. Die Funde geben zwar einen klaren Begriff von der hohen Kultur jener, in den schwer zugänglichen Gebieten lange dauernden Periode, doch erschwert die mangelnden Schichtung die Möglichkeit einer chronologischen Sonderung. Dennoch lehren sie, dass diese Kultur noch fortbestanden haben muss, als im benachbarten Italien längst ein neues Metall, das Eisen, auch ein neues Kulturbild hervorgerufen hatte.

In der ungarischen Bronzekultur glaubte man lange den Ausgangspunkt für die nordischen Bronzealterstypen, überhaupt ein Bindeglied zwischen dem vorderen Orient und Nord- und Westeuropa zu sehen; doch heute sind die Prähistoriker zu der Überzeugung gelangt, dass sie mit ihren gestielten Zierbeilen, pickelförmigen Beilstäben, halbkreisförmigen Sicheln, dem Spiralschmuck und den gravierten Schwertern nur einen Seitenast der europäischen Bronzekultur darstellt, allerdings einen der schönsten und ausgebildetsten.

Südeuropa

Von den Völkern des südlichen Europa haben die Hellenen die durch die Phönizier übertragene babylonisch-ägyptische Metallkultur nicht unerheblich abgewandelt. Während das griechische Handwerk im allgemeinen ziemlich autochthon entstanden ist, lernten Kunst und Kunstindustrie von orientalischen Vorbildern. Im Burghügel von Mykenä fand Schliemann neben Bronzegeräten Gold- und Kupfergeräte; daneben aus Obsidian verfertigte Messer und Pfeilspitzen.

In eigentümlicher Weise repräsentiert Mykenä somit eine Mischung der absterbenden Stein- und der heimischen und orientalischen Metallkultur. Löwen, Sphinxe, Greifen, Tauben, nackte Frauen und halbnackte Männer, Seetiere, Palmen und Papyrusstauden, Wagenjagden im Wildpark und heraldisch gepaarte Tiere, Totenmasken und Brustschilde deuten auf den Orient; ein Erbteil aus der europäischen Stein- oder Bronzezeit ist nirgends vorhanden.

In Italien scheint die Bronze mit den eingewanderten Italikern von Norden her ins Land gekommen zu sein. Sie tritt zuerst in den Terramaren auf, jenen auf dem trocknen Land errichteten pfahlbauartigen Ansiedelungen, die etwa seit dem letzten Drittel des vorletzten vorchristlichen Jahrtausends weite Teile der Po-Ebene bedecken. Zu einer wirklichen reinen Blüte ist die Bronzekultur hier jedoch nicht gekommen; dazu wurde sie zu schnell von dem rasch nachrückenden Eisen verdrängt.

Formenbildung

Die europäische Bronzekultur wird charakterisiert durch eine ganz allgemein verbreitete Weiter- und Umbildung der Formen und eine weiterentwickelte Technik, die Bronze goss und schmiedete, ziselierte, neue Formen erfand und variierte. Und das alles, ohne dass die alte Verbindung mit dem Südosten und Süden schon der Beschaffung des Rohmaterials wegen aufhörte. Im Gegenteil brachte diese stets neue Anregungen und Bereicherungen. Daher herrschen in der älteren Bronzezeit vielerorts die gleichen Formen vor, während in der jüngeren Bronzezeit die einzelnen Länder bzw. Kulturkreise verschiedene Bahnen einschlagen.

Waffen der Bronzezeit

Die charakteristischste Waffe der Bronzezeit war der Celt als Universalinstrument, das mit ebenderselben Wirkung als Axt, Beil oder Meißel verwendet wurde. Die eigentlichen Angriffswaffen waren Dolche Bild, Äxte Bild, Speere, Bogen und Pfeile, vermutlich auch Keulen und Schleudern; die Verteidigungswaffe war der Schild... → Weiterlesen.

Dauer

In jenen Ländern, wo das später von Süden herandrängende Eisen leicht Zugang fand, beobachten wir eine vergleichsweise kurze Bronzezeit, die frühzeitig in die Eisenzeit übergeht (z.B. in Griechenland, Italien und das Gebiet zwischen der Adria und der obern Donau). Dagegen verbreitete sich in den entlegenen oder weniger zugänglichen Gegenden eine langandauernde und hochentwickelte Bronzezeit (z.B. Nordbalkan, Apenninhalbinsel, Ungarn, Schweiz, norddeutsche Tiefebene, außerdem Nordeuropa, besonders Dänemark, Schweden und Großbritannien).

Völkerschaften

Eine Geschichte der Bronzezeit in ganz Europa wäre die Geschichte wechselnder Teile des Kontinents von etwa 3.000 bis etwa 500 v. Chr., aber in den einschlägigen Abschnitten mehr Handels-, Industrie- und Kunstgeschichte als Völkergeschichte der einzelnen Länder. Selbst für die Bronzezeit Südeuropas mit dem kretisch-mykenischen Kulturkreis lassen sich Völkernamen nicht mit aller Sicherheit ermitteln.

Daher kann man auch für Nordeuropa nur auf sehr mittelbaren Wegen ethnographische Bestimmungen treffen, die nur ganz allgemein gehalten werden dürfen. Die individuelle Gestaltung des Kulturcharakters der einzelnen europäischen Länderräume in der Bronzezeit erscheint mehr als Folge der räumlichen Trennung und der geographischen Lage, die auch die natiolen Charakterzüge ausbildeten.

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Quellen

Sonstige

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Bronze Age Britain (engl.)
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