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Chlothar I. (* um 500; † 561), auch Lothar I., aus dem Geschlecht der Merowinger, war nach der Teilung des Fränkischen Reiches im Jahre 511 König von Soissons, brachte jedoch nach und nach das gesamte fränkische Gebiet unter sein Zepter und wurde so ab 558 König aller Franken.
Beschreibung[]
Chlothar war einer der Söhne des Merowingerkönigs Chlodwig I. und seiner Gemahlin Chrodechild.
- 511 - Chlodwig I. stirbt. Seine vier Söhne teilen sich das Reich des Vaters:
- Chlothar I. erhält Soissons, Laon, St. Quentin, Amiens, alles Land diesseits der Somme, zwischen der Maas und dem Meere und einen Teil von Aquitanien. Seine Residenz nimmt er in Soissons.
- Childebert I. erhält Neustrien mit Paris,
- Chlodomir I. erhält den Großteil Aquitaniens mit Orléans,
- Theoderich I. erhält Austrasien.
- 523 - Angetrieben von ihrer Mutter, Chlotilde, welche den Tod ihres Vaters Childerich am Hause ihres Oheims Gundobald I. von Burgund rächen will, verbünden sich die Söhne Chlodwigs I. und ziehen erfolgreich gegen Burgund und König Sigmund I..
- 524 – Sein Bruder Chlodomer I. stirbt auf einem neuen Feldzug gegen König Godomar I. von Burgund. Daraufhin lässt Chlothar dessen unmündigen Söhnen dasselbe Schicksal zuteilwerden, welches Chlodomer einst für ihn angedacht hatte, indem er sie ermordet und ihr Reich (Aquitanien) mit seinem Bruder Childebert I. teilt.
- 532 - Schlacht von Autun: Chlothar und sein Bruder Childebert I. greifen das Burgunderreich an und besiegen König Godomar, woraufhin Burgund dem Frankenreich zufällt.
- 533 - Sein Bruder Theuderich I. stirbt. Daraufhin versucht Chlothar zusammen mit seinem Bruder Childebert I. das Land an sich zu reißen. Doch Theuderichs Sohn, Theudebert I., vermag sein Erbe gegen den versuchten Zugriff seiner Onkel zu verteidigen.
- 534 – Chlothar verbündet sich mit seinem Bruder Childebert I. zu neuen Kriegsunternehmungen gegen Burgund. Sie nehmen König Gundomar gefangen und verbinden das Königreich Burgund mit dem Fränkischen Reich.
- 542 – Zusammen mit seinem Bruder Childebert I. zieht er gegen die Goten, wird aber bei Saragossa geschlagen.
- 555 - Theudebald I., Sohn von Theudebert I., stirbt. Daraufhin heiratet Chlothar dessen Witwe, Waldrade, obwohl er schon mehrere Gemahlinnen hatte, und erhält dadurch Austrasien. Später lässt er sich wieder von ihr scheiden, behält jedoch das Reich Theodebalds, welches sich auch über die Alemannen und Bayern erstreckte.
- In Folge verheiratet Chlothar die Witwe Waldrade mit dem den Herzog Garibald I. von Baiern, wodurch dieser die Stellung eines fränkischen Königs in Baiern erlangt.
- 558 – Sein Bruder, Childebert I., stirbt ohne Erben. Daher fällt sein Reich (Neustrien) nun auch an Chlothar. Somit wird er König des gesamten Frankenreiches.
- 559 - Die so zum zweiten Mal vereinigte Fränkische Monarchie wird im Nordosten von den Sachsen bedroht, gegen welche Chlothar eine blutige Schlacht verliert.
- 560 – Bald darauf wird das Reich durch innere Unruhen zerrüttet. Sein eigener Sohn Chramnus, welcher schon früher mit Childebert I., seinem Oheim, verbunden den Vater bekriegt hatte, stand an der Spitze des Aufruhrs. Chlothar besiegt seinen Sohn in der Schlacht bei St. Malo und verbannt dessen gesamte Familie.
- 561 – Chlothar I. stirbt. Daraufhin versucht sein Sohn Chilperich I. , das gesamte Reich an sich zu reißen, wird jedoch von seinen drei Stiefbrüdern mit Krieg bedroht und entscheidet sich, mit diesen zu teilen. Durch Los-Entscheid ging:
Mit den Söhnen Chlothars aber begann der Verfall des Fränkischen Reiches, indem Zügellosigkeit und Schwäche die Macht der Herrscher untergruben, während Bruderkriege das Reich verwüsteten.
Quellen[]
- Meyers Großes Konversations-Lexikon: Chlodwig (Zeno,org). Leipzig, 1906. Band IV, S. 75.
- Pierer's Universal-Lexikon: Chlodwig (Zeno,org). Altenburg, 1858. Band IV, S. 56.
- Pierer's Universal-Lexikon: Franken (1) (Zeno,org). Altenburg, 1858. Bd. VI, S. 467-476.