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Dagobert I. von Franken (* um 603/608; † 639), auch Dagobert I. der Gute und Dagobert I. von Merowingen, war ab 623 Unterkönig in Austrasien und von 629 bis 639 König der Franken (rex Francorum). Er gilt als der letzte wirklich regierende und bedeutende Herrscher der Merowinger.

Beschreibung[]

Dagobert, aus dem Geschlecht der Merowinger (Merovingii), war ein Sohn von König Chlothar II. († 629) und dessen erster Gemahlin Haldetrud († 604/613).

Er selbst war in erster Ehe verheiratet mit Gomatrud, Schwester der Sigihild, und in zweiter Ehe mit Nantechilde († 642), einer Tochter aus dem fränkischen Adel, wobei er sich zugleich auch Wulfegundis und Berchildis als rechtmäßige Gemahlinnen hatte und daneben weitere Konkubinate bzw. Nebenfrauen unterhielt; darunter namentlich bekannt: Ragnetrudis. Seinen Beinamen „der Gute“ erhielt er erst in späterer Zeit durch volkstümliche Überlieferung.

  • 623 - Sein Vater, Chlothar II., überträgt ihm das Teilreich Austrasien als Unterkönigtum (subregulus Austrasiae), um die austrasische Aristokratie zu befrieden. Als Berater stellt er ihm den Herzog Pippin I. den Älteren und Bischof Arnulf von Metz zur Seite, welche entscheidenden Einfluss gewinnen.
  • 625 – Hochzeit mit Gomatrud, wodurch sein seines Unterkönigtum erweitert wird.
  • 628/629 - Nach dem Tod seines Vaters, Chlothar II., wird Dagobert I. von den Großen in Burgund und Neustrien als König des fränkischen Gesamtreichs (rex Francorum) anerkannt und nimmt seine Residenz in Paris. Zunächst stärkt Dagobert das Ansehen des Königtums durch kluge Entscheidungen. Später lebt er in Paris verschwenderisch und wird wegen seiner Gewalttaten unbeliebt.
    • Seine Beliebtheit soll er (nach einer wahrscheinlich übertriebenen Angabe) durch den Mord von 10.000 Bulgarenfamilien verspielt haben, die bei ihm vor den Hunnen Schutz suchten, und die er aus Furcht, dass sie das angewiesene Land als Eigentum behalten würden, in einer Nacht töten ließ.
    • Zudem lässt er sich von Gomatrud scheiden und heiratet Nanthilde († 642).
  • 630 - Geburt des Sohnes Sigibert III., später fränkischer König von Austrasien.
  • 631 – Zur Sicherung der Ostgrenzen führt Dagobert mehrere Feldzüge gegen die Slawen, erleidet jedoch eine Niederlage bei der Wogastisburg gegen die Wenden unter Samo.
  • 632 - Als sein Halbbruder Charibert II., Unterkönig von Aquitanien, stirbt, gliedert Dagobert dieses Teilreich zusammen mit Burgund in das Fränkische Reich ein.
  • 633 – Erhebung seines dreijährigen Sohnes Sigibert III. zum Unterkönig in Austrasien, um den Adel zu besänftigen. Unterstützt wird er dabei von Herzog Adalgisel.
  • 634 – Geburt des Sohnes Chlodwig II., später König von Neustrien und Burgund.
  • 635 - Dagobert unterwirft die Vaskonen, die sich gegen ihn auflehnen.
  • 638 – Er unterwirft den bretonischen Herzog Judicael und zwingt so die Bretonen zur Rückkehr unter die fränkische Botmäßigkeit. Zudem festigt der seine Oberherrschaft im Westen des Reiches.
  • 639 – Dagobert I. stirbt am 19. Januar in Épinay-sur-Seine und wird in der Basilika Saint-Denis beigesetzt, die er selbst reich ausgestattet hatte.

Galerie[]

Quellen[]

Einzelnachweise[]

  1. nach einem Miniaturgemälde der Vie de Saint Omer (Bibliothèque municipale, Ms 698) in der Stadtbibliothek zu St. Omer.