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Als Dreifuß ('tripedia') bezeichnet man einerseits niedrige dreifüßige Sitzhocker oder Möbelstücke, andererseits aber auch Gestelle für z.B. Gefäße.

Beschreibung

Bronzegefäße

Unter den Bronzegefäßen der Latènezeit findet sich ein berühmter etruskischer Dreifuß aus einem keltischen Fürstengrab in Bad Dürkheim a. d. Haardt (Rheinland-Pfalz) [1] Dieser Dürkheimer Dreifuß aus dem ersten Viertel des 5. Jhs. v.Chr. entstand in Vulci in Mittelitalien und ist das bedeutendste Stück etruskischer Bronzegefäße, die in antiker Zeit über die Alpen in den keltischen Norden gelangten.

Er ist mit reichem figürlichen Schmuck (z.B. Tierkampfgruppen, Reiterfiguren unter anderem mehr) ausgestattet und diente als Ständer für einen Weinmischkessel oder andere größere Gefäße, wie Stamnoi, Becken und dgl. Die Formen sind italischen Ursprungs, deren Vorstufen aus älterer Zeit zahlreich in Olympia gefunden wurden.

Der Dreifuß aus dem Bad Dürkheimer Fürstengrab vertritt mit dem gleichzeitig gefundenen Stamnos und einer Schnabelkanne die älteste etruskische Importschicht im Rhein-Mosel-Gebiet. Allerdings sind diese Bronzegefäße wohl nicht als normale Handelsware zu werten, sondern eher als diplomatische Geschenke, mit denen etruskische Geschäftsleute den Handel mit den neuen Machtzentren in die Wege leiteten. [2]

Galerie

Quellen

  • Sperber, Lothar (1995): Die Vorgeschichte / Historisches Museum der Pfalz. Speyer. Mit einem Beitr. von Werner Transier. Hrsg. Meinrad Maria Grewenig.
  • Die Alterthümer unserer heidnischen Vorzeit (Internet Archive). Hrsg. Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz, Ludwig Lindenschmit. 5 Bände, Victor von Zabern Verlag, Mainz 1858–1911. Bd. II, II Tafel 2.

Literatur

  1. Bad Dürkheim Stadtmuseum (Homepage)
  2. Historisches Museum der Pfalz, Speyer: Dreifuß
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