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Die Kunst der Email- bzw. Emaillearbeiten stammt aus dem Orient, und die Germanen lernten sie erst durch die klassischen Völker kennen. Von den verschiedenen Emailletechniken kamen in Mitteleuropa meist nur die Inkrustationsmethoden auf Schmuckgegenständen zur Anwendung.

Unterscheidungen

Bei den Emailletechniken unterscheidet man u.a.:

  • Grubenschmelz (émail champlevé) - Einfüllen von Glasfluss in Vertiefungen, die zuvor in den Grund eingegraben werden. Dient fast ausschließlich als Schmuck von Gegenständen aus unedlem Metall, Bronze und besonders Kupfer.
  • Zellenmosaik (verroterie cloisonnée) - Einlegearbeiten aus Halbedelsteinen oder Glas in separat aufgelötete Zellen aus aufrecht gestellten Goldstreifchen
  • Zellenschmelz (émail cloisonné) - Einbringen von Glasflüssen (statt Steinchen oder Glasstückchen) in Goldzellen, mit aufgesetzten Trennwänden. [1]

Geschichtliches

Während der Latènezeit lernten die Kelten und von diesen die Germanen die Grubenschmelztechnik (émail champlevé): die konischen oder rinnenförmigen Vertiefungen in den Metallen, meistens Bronze, wurden mit der roten Schmelzmasse (Glasfluss) ausgefüllt. Man findet dieses Blutemail meistens auf Beschlagknöpfen und Fibeln.

Völkerwanderungszeit

Der Grubenschmelz setzte sich bis in die nachrömische Eisenzeit fort, doch wurde er im 5. Jhd. allmählich von der Zellenschmelztechnik (émail cloisonné) verdrängt. Hierbei wurde die zur Verzierung bezweckte Fläche durch vertikale Lamellen aus Gold oder Bronze in verschiedene Muster eingeteilt, und die Zwischenräume wurden mit Schmelz, Almandinen oder Glas gefüllt (vgl. auch Zellenmosaik, verroterie cloisonnée). Diese Verzierungsart war vom 5. bis ins 7. Jhd. ungemein häufig und findet sich auf Fibeln, Schnallen, Nadeln, Ringen, Knöpfen, Schwertern usw. Für Emailleperlen: s. Perlen.

Hochmittelalter

Aus dem Hochmittelalter sind aus den Rheingegenden (vermutlich Köln) einige bemerkenswerte Reliquiare aus Eichenholz überliefert, die mit emailliertem und vergoldetem Kupferplatten besetzt sind, wobei sich mehrere ähnlicher Beispiele aus dieser Zeit finden. Solche Emaillearbeiten, bei denen der Grund des Bildwerkes vertieft und mit farbigem Email, vorherrschend blau, ausgefüllt und mit den vergoldeten und gravierten Figuren in eine Fläche gelegt ist, wie auch die verschiedenen späteren Fortschritte der Emaillierung wurden gewöhnlich Frankreich und besonders Limoges zugeschrieben, so dass man sie häufig nur mit dem Namen Limousins bezeichnete.

Man kannte jedoch in Frankreich bis in das 12. Jh. nur byzantinische Arbeiten dieser Art, während sich im Heiligen Römischen Reich schon mit dem 12. Jh. ein selbstständiger deutscher Stil ausbildete. Deutsche Emailleure brachten diese Kunst in ihrer besonderen Richtung zuerst nach Frankreich, welche sich dort dann in verschiedenen Gegenden verbreitete und besonders in Limoges ihre Werkstätten fand.

So berief sich auch der Abt Suger von Saint-Denis (1123-1151), ein in Wissenschaft und Kunstsinn sehr bedeutender Mann seiner Zeit, bei Vollendung des Domes von St. Denis 1144 deutsche Emailleure berief, um ein Prachtmerk für diese Kirche zu fertigen und dass diese dann Schüler ausbildeten, welche diese Kunst dann ihrerseits in Frankreich zuerst verbreiteten. [2]

Galerie

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Email - Schmuckemail (Version vom 11.02.2020)
  2. Labarte, Jules. Recherches sur la peinture en émail dans l'Antiquité et au Moyen âge (in BnF Gallica). V. Didron (Paris), 1856. S. 143, 144.
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