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Der Getreidebau reicht in Mittel- und Nordeuropa bis in den Beginn des Spätmesolithikum (vor ca. 7.000 Jahren) zurück. Einkorn, Emmer (Weizen) und Gerste sind die ältesten europäischen Getreidearten; sie treten von Anfang an zusammen auf. Wildgetreide wurde schon vor 32.000 Jahren als Nahrungsmittel verwendet. [1]

Beschreibung

Den Bewohnern Mittel- und Nordeuropas waren schon in vorgeschichtlicher Zeit alle wichtigeren Getreidearten bekannt, die auch im Mittelalter noch gebaut wurden. Da sich in älteren pflanzen- und wirtschaftsgeschichtlichen Werken vielfach die Vorstellung fand, dass der Getreidebau erst durch die Römer oder gar erst im Mittelalter von Gallien aus zu den Germanen gekommen sei, so kann nicht nachdrücklich genug betont werden, dass die Germanen den Römern außer der zweizeiligen Gerste keine einzige neue Getreideart verdanken, dass aber Germanien umgekehrt schon zur Kaiserzeit eine Kornkammer Italiens war.

Die Getreidearten, die in der altnordischen Literatur erwähnt werden, sind: Gerste (bygg, byggsāð), Weizen (hveiti, hveitikorn), Hirse (hirsi), Hafer (hafri, hagri) und Roggen (rūgr, rūfr). Gerste und Weizen waren sehr verbreitet, Hirse dagegen seltener.

Weizen

Weizen wurde von den Pfahlbauten der Alpenländer bis hinauf nach Dänemark und Schweden zur jüngeren Steinzeit (vor ca. 5.500 Jahren) schon in mehreren Formen gebaut: der gemeine Weizen (Triticum vulgare Villars), der Emmer (Triticum dicoccum Schrank) und das Einkorn (Triticum monococcum L.); in Mitteleuropa kommt noch der Zwerg- oder Binkelweizen (Triticum compactum Host) hinzu.

Gerste

Von der Gerste scheint in Mittel- und Nordeuropa in ältester Zeit vorwiegend die sechszeilige Form (Hordeum hexastichum L.) kultiviert worden zu sein. Doch war auch die vierzeilige Gerste (Hordeum vulgare L. oder tetrastichum Körnicke), die im alten Ägypten vorwiegend gebaut wurde, den Pfahlbauern der Schweiz schon zur Steinzeit bekannt und hat sich wohl noch in prähistorischen Zeiträumen in Mittel- und Nordeuropa verbreitet.

Hirse

Auch die Hirse tritt im mittleren und nördlichen Europa bereits in der jüngeren Steinzeit auf. In den Pfahlbauten der Schweiz findet sie sich zusammen mit Gerste und Weizen; in Nordeuropa scheint sie etwas später als diese beiden ihren Einzug gehalten zu haben. In der Schweiz wurden zur Steinzeit schon beide Hirsearten: die Rispenhirse (Panicum miliaceum L.) und die Kolbenhirse (Panicum italicum L., Setaria italica P. B.), gebaut; bei den meisten Funden aus den übrigen archäologischen Stationen des südlichen Mitteleuropa wie bei den nordeuropäischen Hirsefunden ließ sich die Art nicht genauer feststellen.

Hafer und Spelz

Zur Bronzezeit kommen Hafer und Spelz hinzu. Die Haferkultur war zur Bronzezeit bereits in den Alpenländern, in Deutschland und Dänemark heimisch, und zwar wurde wahrscheinlich der Rispenhafer oder gemeine Saathafer (Avena sativa L.) gebaut. Der Spelz (Triticum spelta L.) ist prähistorisch bisher schon früh aus zwei bronzezeitlichen Pfahlbauten im Bieler See: von der Petersinsel und von Mörigen, nachgewiesen.

Roggen

Als jüngste der Hauptgetreidearten tritt dann beim Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit der Roggen (Secale cereale L.) in Mitteleuropa auf, wo er bald eine sehr wichtige Rolle als Brotkorn spielen sollte.

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Getreide (Herkunft)