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Als Goldblechkreuz, Goldblattkreuz oder auch Folienkreuz werden aus sehr dünnem Goldblech gefertigte Kreuze bezeichnet, die vom 6. bis zum frühen 8. Jhd. als frühchristliche Grabbeigabe bei den Alamannen, Bajuwaren und Langobarden in Gebrauch waren. [1]

Goldblechkreuze

Als spezifisch langobardisch dürfen jene Kreuze aus Goldblech angesehen werden, die ganz vorwiegend aus langobardischen Kriegergräbern stammen. Diese sind mit allerlei Punktierungen, Strichelungen, Buckelungen, mit Bandgefiecht langobardischer Art, larvenhaften Gesichtern usw. in gepresster oder gepunzter Arbeit im germanischen Stil verziert (s.a. Goldschmiedekunst der Langobarden).

Sie waren ehemals auf den Gewändern aufgenäht. Eine größere Anzahl solcher Kreuze aus Monza, Benevent, Novara, Cividale del Friuli usw. besitzt z.B. das Germanische Museum in Nürnberg.

In Cividale, einem der Hauptorte der Langobarden, waren bereits 1750 aus drei Steinsarkophagen unterirdischer Grabkammern 11 Kreuze dieser Art zutage gefördert, ein anderes, mit langhaarigen Masken und eingelegten Steinen verziert, 1874 in dem vermeintlichen Grabe von Alboins Neffen, Herzog Gisulf II. von Friaul († um 610 gegen die Awaren) gefunden worden.

Wiedergegeben sind dergleichen Kreuze auf den wohl aus dem 8. Jh. stammenden gold- und silbergetriebenen Bücherdeckeln eines höchst merkwürdigen in Italien gemachten Fundes, der sich 1888 zum größeren Teil im Besitz des Cavaliere Carlo Rossi, zum kleineren Teil im Besitze des Fürsten Strowanow befand. Auch die Art, wie dergleichen Kreuze auf den Gewändern getragen wurden, geht aus einzelnen figürlichen Darstellungen dieses Fundes mit Deutlichkeit hervor.

Nahe verwandt und ebenfalls langobardische Arbeit ist ferner das silbervergoldete Vortragskreuz aus Santa Maria in Valle zu Cividale. Weitere Goldblechkreuze stammen aus Morbio (im südlichsten Teil des Kantons Tessin), Piedicastello (einer Vorstadt von Trient), Civezzano bei Trient usw. und diesseits der Alpen z. B. aus Schwabmünchen und Langenöhringen - dieses Kreuz ist mit der Nachbildung einer Münze des byzantinischen Kaisers Phokas (602-610) verziert. Außerdem erwähnenswert ist das Doppelgrab zu Wittislingen bei Lauingen a. D. (Bayern), dem ein Goldblattkreuz, wenn auch nur in Bruchstücken, entnommen werden konnte („Wittislinger Fund von 1881“).

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Goldblattkreuz (Version vom 30.03.2020)
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