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Die Goldschmiedekunst der Alamannen läßt sich aus den zahllosen alemannischen Fundstücken ableiten, wie sie z. B. das Schweizerische Landesmuseum in Zürich [1], das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart [2] oder das Antiquarium in München bergen.

Beschreibung

Aus den Reihengräbern der Alemannen wurde reicher Wehr- und Frauenschmuck, goldstrahlend oder aus Eisen und eingelegt mit Silber und besetzt mit Halbedelsteinen zutage gefördert. Eigentliche Kriterien spezifisch alemannischer Kunstübung lassen sich aber kaum aufzeigen.

Insbesondere ist eine stilistische, technische oder ornamentale Abgrenzung gegen die Goldschmiedekunst der Franken, in deren Reich die Alemannen ja auch seit der Schlacht von Zülpich im Jahre 496 politisch aufgingen, teilweise nicht möglich.

Baden-Württemberg

Unter den Funden in Baden-Württemberg sind besonders zu nennen eine goldene Scheibenfibel mit eingelegten Steinen (vielleicht fränkische Arbeit) aus Bettmaringen (Stühlingen) oder eine silbervergoldete Fibel mit Kerbschnittverzierungen aus Lörrach. Das alamannischen Gräberfeld von Gültlingen (mit dem Helmgrab von Gültlingen) datiert in die 2. Hälfte des 5. Jhds. und enthielt u. a. außer einer Gürtelschnalle aus Meerschaum auch eine kleine kreuzförmige Schnalle aus Gold mit Granaten und noch einige andere Gegenstände dieser Art. Wichtig für die fränkisch-alamannischen Geschichte ist auch das Gräberfeld von Weingarten, welches von etwa 450 bis 730 n. Chr. kontinuierlich belegt war. [3]

Bayern

Aus den seit 1843 aufgedeckten 425 Gräbern von Nordendorf unweit von Augsburg stammen nicht nur die beiden Bügelfibeln von Nordendorf aus der Mitte des 6. Jhds. mit ihren Runeninschriften, sondern auch zumeist S-förmige Gewandnadeln aus Silber, zum Teil vergoldet, zum Teil auch nielliert oder mit Zellenverglasung, mit Tierornamentik (Vogelköpfen usw.). Auf einer dieser Nadeln wird uns ein „Leubvinus“ genannt, fraglich ob als Verfertiger oder als Auftraggeber und Besitzer.

Frankreich

Die im Elsass gemachten Funde zunächst als alemannisch-fränkisch zu bezeichnen. Auf einen germanischen Goldschmied deutet aber lediglich z. B. bei den Broschen von Odratzheim und von Markolsheim [4] die einfache Machart, die ziemlich unregelmäßig gebildeten Zellen und die unsichere Art der Behandlung und Verwendung von Golddraht und Filigran.

Schweiz

Unter den Funden der Schweiz sind hervorzuheben z. B. eine prächtige eiserne Gürtelschnalle mit Silber- und Goldtauschierung aus Niederhasli (Schweiz), ein goldener Fingerring mit emaillierter Platte aus Eschenz (Kanton Thurgau) und eine silbergetriebene Zierscheibe mit der Darstellung eines Reiters aus Seengen (Kanton Aargau) [1].

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Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Schweizerisches Landesmuseum in Zürich (Homepage).
  2. Landesmuseum Württemberg (auf Museum Digital).
  3. Wikipedia: Gräberfeld von Weingarten
  4. Elsässische Altertumssammlung zu Straßburg
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