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Crystal keditbookmarks Dieser Artikel wurde am 12. Juli 2012 als Spotlight vorgestellt.

Nicht erst seit dem Mittelalter wurden Hasen und Kaninchen in fast allen Ländern Europas bejagt. Seit der Frühzeit der menschlichen Geschichte spielen sie als Fleischlieferant eine wichtige Rolle bei der Ernährung.

Beschreibung

Die Felle und Bälge von Hasen und Kaninchen wurden zu Pelzen und Gebrauchswaren verarbeitet. Neben der Verwertung des Fells war auch die Nutzung der Haare (Scherware) bedeutend. Aus Hasen- oder Kaninhaaren wurden u. a. feine Hutfilze und Garne hergestellt.

Zusammen mit Baumwolle oder Seide versponnen ergaben sie Fäden hauptsächlich für Samtgewebe und für die Strumpfwirker. Aus den dabei abfallenden Häuten wurde Leim gekocht. [1] Der Inhalt von Kälber- oder auch Hasenmägen dienten seit der Spätantike im westgermanischen Raum zur Gewinnung des Lab (coagulum) für die Milchgerinnung bei der Käseherstellung [2].

Als Fleischspeise

Als Fleischspeise wurden Hasen bereits in den steinzeitlichen Pfahlbauten der Schweiz nachgewiesen, ebenso in Bodenfunden der schwedischen Bronzezeit und der alemannischen Merowingerzeit. Der griechische Arzt Anthimus empfahl in seinem Werk De observatione ciborum um 500 n. Chr. junge Hasen in Würzbrühe zuzubereiten: „Hasen kann man essen, wenn sie jung sind, und zwar in einer süßen Soße mit Pfeffer, ein wenig Gewürznelken, Kostwurz und von der Narde Stengel oder Blatt.“ [3]

Im Jahre 751 bezeichnete Papst Zacharias in einem Brief an Bonifatius den Feldhasen, und andere Tiere wie z.B. den Biber, als unrein und verbot den Verzehr von Hasenfleisch. [4] Allerdings erscheint Hasenhirn im Lorscher Arzneibuch (8./9. Jh.) in Kombination mit Ziegenmilch als Zutat in einem Rezept für das Zahnen und ebenso für ein Heilmittel, wenn die Nase wegen (eines Überschusses an) Saft tropft. [5]

Mythologische Bedeutung

Als weit verbreitetes heimisches Tier ging der Hase auch in die Kulturgeschichte der Menschen ein und wurde Bestandteil von Mythen und Geschichten. So entstanden z.B. Märchen wie "Der Hase und der Igel", Fabeln um z.B. "Meister Lampe" und Redewendungen wie Angsthase, Hasenfuß, Hasenpanier. Sprichwörtlich sind seine Scheu, seine Schnelligkeit, seine Wendigkeit und seine langen Ohren. Er wurde neben dem Ei zum Symbol des Osterfestes. [6]

Angang

Rabbit Torres del Paine Peter M Graham 2018-01-04

Angang mit Hase

Der Hase spielte im Angang (einer Art von Weissagung) wichte eine Rolle. Dort wurde der feige furchtsame Hase als entmutigendes Zeichen betrachtet. Kam ein Hase des Weges, deutet es auf Unglück oder Verdruss.

Oder auch: Läuft der Hase über den Weg von der linken zur rechten Seite, so hat der Reisende kein Glück auf der Reise; dagegen von der rechten zur linken Seite, dann hat er Glück. Lief ein Hase gar in's Dorf, so deutete es auf Brand, und zwar so weit, wie er hineinlief. [7][8]

Bedeutung bei den Kelten

Bei den Kelten galt der Hase als Symbol für Fruchtbarkeit und Sanftheit. Für sie standen diese Tiere mit dem Mond in Verbindung. Die nachtaktiven Langohren standen im Ruf, Feenblut in den Adern zu haben. Deshalb war es in manchen Gegenden verboten, sie zu jagen. Hasen wurden aber auch mit der Göttin Cailleach in Verbindung gebracht; in Folge der Dämonisierung aller weiblichen keltischen Gottheiten wurde er später der Begleiter der Hexen. [9]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Hasenfell
  2. Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 3. Von Johannes Hoops, 1918—1919. S. 18.
  3. Lorscher Arzneibuch. aaO. Medicus Anthimus. Epistula Anthimi ad Theodoricum regem, Fol. 72r-74v.
  4. Herbert Jankuhn, Heinrich Beck, Heiko Steuer: in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 14, 2. Aufl., de Gruyter, Berlin 1999, ISBN 3-11-016423-X, S. 31 (Artikel online)
  5. Lorscher Arzneibuch. aaO. Curationes. Buch 2, Fol. 24r, Nr. 27; Fol. 25r, Nr. 41.
  6. Wikipedia: Hasenartige: Menschen und Hasenartige
  7. Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands (Volltext auf Zeno.Org). Adalbert Kuhn. 2 Bände. Leipzig 1859, Bd. II, S. 55 (Vorgeschichte. Weissagung. Vorbedeutung. Angang).
  8. Sagen, Märchen und Gebräuche aus Mecklenburg (Volltext auf Zeno.Org). Karl Bartsch. 1–2. Wien 1879/80. Band 2, S. 123.
  9. Ansha - Die magische Welt der Kelten, Ludwig, 1900.
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