Mittelalter Wiki
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Das Haus dient den Menschen seit der Steinzeit als Wohn- und Arbeitsgebäude.

Beschreibung

Haustypen

Einer der ältesten Haustypen scheint ein Rundbau gewesen zu sein. Sowohl für Skandinavien als auch für England sind solche Häuser nachgewiesen; auf Island wird diese Form sogar noch teilweise bis in die Moderne bei Schafställen gebraucht: das aus Erde, Torf und Stein gebaute Haus trägt ein Kuppeldach, das unmittelbar mit den Wänden vereinigt ist (vgl. anord. borg, „Wall oder Wand aus Erde und Steinen“), siehe auch Hütte.

Eine Übergangsform zum rechtwinkligen Bau bildete das oblonge Haus mit abgerundeten Ecken und mehr oder weniger geradlinigen Seitenwänden. Auch diese Form ist bei alten skandinavischen Häusern ziemlich häufig vertreten; besonders interessant sind die bei Augerum in Blekinge gefundenen Reste eines solchen Gebäudes aus der Wikingerzeit, dessen Wände aus einem mit Lehm bekleideten Fachwerk von Weidenruten bestanden haben, während zwei Pfeilerreihen im Innern und ein von Säulen getragenes Vordach vor der an der Giebelseite befindlichen Tür an das historische Haus erinnern.

Überhaupt war die kreisrunde sowie die oblonge Form dem geflochtenen Hause von Anfang an eigen (s.a. Wand). Mit dem Blockwerkbau ergab sich die rechtwinklige Form von selbst. In der Sagazeit war sie bei Wohnhäusern die alleinherrschende.

Etymologie

Die indogermanische Wurzel für 'bauen': *dem- liegt im Germanischen in dem Wort *timra (anord. timbr, ags. timber) vor, das zunächst 'Bauholz' und dann im Westgermanischen auch 'Gebäude' (lat. domus) bezeichnet (davon anord. timbra, ags. timbran - 'bauen'). Schon die Geschichte dieses Wortes zeigt, dass die altgermanischen Häuser aus Holz waren. Nicht einmal das Fundament war ein steinernes.

Erst später wurde mit dem Aufkommen des Steinbaus zur Bezeichnung der steinernen Fundamentierung im Angelsächsischen das Wort grundweall (von lat. vallum) gebildet. Weiter gehört zu der obengenannten Wurzel *dem- anord. tópt, tomt - 'Bauplatz, Hofstätte', eigentlich 'Hausgrund' (*dem- 'Haus', pedo- 'Boden'); dafür im Angelsächsischen hússtede, ahd. hovestat. Die Richtung des Hauses war im Norden am häufigsten eine westöstliche; so immer in Dänemark und überall bei der Königshalle, während auf Island und z. T. in Norwegen praktische Rücksichten maßgebend waren.

Von den zahlreichen Wörtern für 'Haus' sind nicht wenige urgermanischen Ursprungs. Dazu gehören erstens allgemeine Bezeichnungen für Wohnsitz (wie anord. ags. ahd. , anord. ból = ags. botl, bold), Haus (wie anord. ags. ahd. hús, got. razn =anord. rann, ags. ærn), Hütte (z.B. anord. kot, ags. cot) oder Schuppen (z.B. anord. búð = mhd. buode 'Bude', anord. skúr = ahd. scúr 'Scheuer', anord. skygna = ahd. skugina, anord. skjól = afries. sket-skiala 'Viehstall').

Sodann mehrere Benennungen des Wohnhauses, wie „Saal“ (anord. salr, ahd. sal, ags. sele), das in nordischen Ortsnamen häufig vorkommt , „Halle“, anord. inni = ags. inn 'Herberge'; eine Sonderstellung nimmt „Stube“ ein. Das Wort búr hatte wohl schon im urgermanischen die Bedeutung 'Schlafhaus' (s. Schlafzimmer) (nur auf Island wurde es in diesem Gebrauch von skáli, das eigentlich 'Schuppen' bedeutet, verdrängt). Dagegen fehlen gemeingermanische Namen für Küche, Vieh- und Pferdestall, Scheune, u.a.

Geschichte

Im jungsteinzeitlichen Mitteleuropa ist archäologisch besonders das einräumige Haus, zuweilen mit Vorhalle, nachzuweisen. Daneben erscheinen die mehrfach geteilten Langhäuser, wie bei der steinzeitlichen Siedlung von Großgartach (ca. 5.500-4.900 v. Chr.) mit Korridor, Wohn, Schlaf- und Herdraum.

Steinzeit

Für Mitteleuropa wurden zwei der ersten Hausexemplare aus der Steinzeit 1906 bei Plön in Schleswig-Holstein aufgefunden. Sie besaßen ein Fundament aus Steinen, rechteckig mit abgestumpften Ecken, 5 m lang und 3 m breit. Der Fußboden bestand aus dünnen Spaltstücken größerer Steine (wie in den Kammern der Megalithgräber). An den Wänden befand sich rund herum eine Bank, die am Rand mit Steinen abgesetzt und obenauf mit Lehm verkleidet war. Mitten auf dem Fußboden lag ein Steinhaufen, vielleicht als Tisch. Unter dem ersten Fußboden war ein zweiter und unter diesem noch ein dritter vorhanden: der ursprüngliche Bau wurde also zweimal erneuert.

Bronzezeit

Ähnliche Grundrisse wie in den steinzeitlichen Häusern wurden zwischen Weser und Eibmündung auch aus späterer Zeit gelegentlich gefunden, so z.B. von Hans Müller-Brauel (1867-1940). Im östlichen Deutschland kam zwischen 1909 und 1910 in bronzezeitlichen Burgen und Siedlungen der Grundriss des griechischen Megaron zu Tage: ein Hauptraum mit Herd in der Mitte und Vorhalle.

Auf der Römerschanze bei Potsdam fanden Archäologen einen Pfostenbau von 11 : 6½ m Größe, davon der Hauptraum 8 : 6½ m (25 : 20 germanische Fuß). Dabei hatte die Langseite 8, die Schmalseite 4 Pfosten, die Zwischenräume zwischen den Pfosten waren aus Flechtwerk mit Lehmverstrich, das Dach offenbar aus Stroh oder Schilf. Die Tür lag in der Mitte der Schmalseite.

In der bronzezeitlichen Siedlung bei Berlin-Buch fanden sich mehrere Dutzend Pfostenhäuser von geringerer Größe: 6 : 3 oder 5 : 4 m und gelegentlich die Reste von Schwellen.

Eisenzeit

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Frühmittelalter

Die frühmittelalterlichen Häuser, die sich im Sachsenland auf den karolingischen curtes (Königshöfen) finden, sind noch alle einräumig, zum Teil unterkellert (z.B. bei der Heisterburg und der Wallburg Hünenknäppen bei Dolberg), aus Steinen mit Kalkmörtel und Plattenfußboden. Erst der auf Pergament erhaltene Grundriss des Klosters St. Gallen zeigt andersartige Häuser mit dem Eingang von der Breitseite. Wie weit der Typus des großen dreischiffigen niedersächsischen Bauernhauses zurückgeht, ist nicht restlos geklärt.

Galerie

Quellen

Einzelnachweise

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