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Das Staatswesen in Island gestalteten sich auf der seit 872 von Norwegen aus besiedelten Insel anders als z.B. Dänemark, Norwegen und Schweden.

Beschreibung

Den Ausgangspunkt für die Ausbildung eines eigenständigen Staatswesens in Island bildet das Godord (anord. goðorð; auch ríki; mannaforrað), das zunächst nur den Zusammenschluß der Personen bezeichnet, die sich aus freier Wahl einem Mann angeschlossen hatten, der einen Tempel (anord. hof) besaß - ihren sog. Goden (anord. goðe, auch hófðingi, fyrirmaðr).

Diesem Godord fehlte noch jede räumliche Begrenzung, und ebenso gab es keine Zusammenfassung aller freien Männer zu einem größeren Verband. 930 wurde unter der Herrschaft sämtlicher Goden eine Einigung erzielt und im Jahre 965 eine Verfassung eingeführt, die die ganze Insel umfaßte.

Verwaltungseinheiten

Nach der Verfassung von 965 gliederte sich die Insel in vier Viertel (anord. fjorðungar, landsfjórðungar), jedes dieser Viertel in drei (nur das Nordviertel in vier) persönliche Thingverbände (anord. þingsókn) und diese wiederum in je drei Godorde mit einem Haupttempel (anord. hǫfuðhof).

Das ganze Volk versammelte sich, wie schon seit 930 im Allthing (anord. alþingi), das Viertel im Viertelsthing (anord. fiorðungsþing) und die persönlichen Thingverbände (anord. þingsókn) zu einem Frühlings- und einem Herbstthing (anord. varþing, haustþing, leið). Am Allthing erscheint eine Verbindung der Goden und ihrer Berater, des Gesetzessprechers und der Bischöfe in der Lögrétta (anord. lǫgretta) als oberstem gesetzgebendem und verwaltendem Organ; die Landsgemeinde wurde verdrängt.

Handelswesen

Der Isländische Handel gewann seine Bedeutung für den nordischen Handel der Wikingerzeit aus der Schifffahrt, hauptsächlich zwischen Norwegen und Island. Die Besiedelung Islands durch die Norweger war für die Entwicklung der Seeschifffahrt von großer Bedeutung, weil die Fahrt dorthin über das offene Meer gehen musste. Beinahe alles, was die Kolonisten für ihren Lebensunterhalt brauchten, mussten sie aus dem Ausland holen.

Der regste Verkehr ging natürlich vom Mutterland Norwegen aus nach Island, hauptsächlich nach Nidaros und ins westliche Norwegen. Lebhaft war auch die Schifffahrt nach Irland und Westengland. Überhaupt trieben die Isländer, obschon keine Schiffe auf der waldarmen Insel gebaut wurden, im 10. und 11. Jh. eine ausgedehnte Schifffahrt. Noch zu Ende des 12. und zu Anfang des 13. Jhs. werden isländische Schiffe und Kauffahrer in Bergen, Lynn, Yarmouth, Rouen und Schleswig erwähnt... Weiterlesen.

Rechtsprechung

Die Rechtsprechung war in Island von der Verwaltung getrennt und Sache der vier Allthingsgerichte (anord. alþingisdómar), je eines für jedes Viertel und des 1004 eingeführten fünften Gerichts (anord. fimtardómr), eines Obergerichts. Den Goden stand auch die Handhabung der Polizei zu. Doch obliegt die Armenpolizei der gerade in Island besonders ausgebildeten Gemeinde (anord. hreppr), die auch eine Versicherungsgesellschaft gegen Viehschaden und Brandschaden darstellte. Sie hatte ihre eigenen Vorsteher (anord. hreppssoknarmenn, hrepprstjórar), sowie ihre eigenen Versammlungen (anord. samkvam, hreppsfundr).

Zeitlinie

Akureyrarkirkja - Thorgeir am Godafoss 2007-06-23

Jahr 1000: Bekehrung Islands zum Christentum

  • 874 bis 930 Landnahmezeit
  • 930 bis 1262 - Zeit des isländischen Freistaates
  • 1030 bis 1180 - Friedenszeit
  • 1262 bis 1380 - Norwegische Herrschaft
  • 1380 bis 1944 - Dänische Herrschaft

Quellen

Einzelnachweise

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