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Crystal keditbookmarks Dieser Artikel wurde am 29.07.2020 als Spotlight vorgestellt.

„Der Edelste, den jemals die Erde trug, neigte am Kreuze sein Haupt. [1]

Das Kreuz ist eine uralte Zierform, die später zum christlichen Symbol wurde. Ab dem 5. Jhd. trat dann das Kruzifix mit dem Bild „Christi am Kreuz“ an die Stelle des Kreuzes, welches bis dahin das eigentliche Symbol Christi war.

Beschreibung

Als Kreuz bezeichnet man jede Form, die aus zwei quer übereinander gelegten Teilen gebildet ist; es erscheint in den verschiedenartigsten Ausbildungen. Bei den Ägyptern war das Henkelkreuz (Ankh) oder das einfache Kreuz z.B. ein Sinnbild der strahlenden Sonne, den Buddhisten bedeutete das Kreuz die von der Sonnenbahn umkreuzten vier Himmelsgegenden.

Als Sinnbild des Opfertodes Christi erlangte es in der christlichen Kunst eine Wichtigkeit, die sich in vielfältiger Weise zeigt und zu einer breiten Anwendung in der Baukunst, Bildhauerei, der kirchlichen Kleinkunst usw. sowie der Heraldik führte. Als kirchliches Zeichen diente das Kreuz zur ersten Weihe bei Gründung einer Kirche, und ebenso wurde die Einweihung der fertigen Kirchen durch das Kreuzeszeichen vollzogen.

Das Recht, die in den Kirchen aufgestellten Kreuze zu erheben, bei Prozessionen zu tragen und irgendwo aufzupflanzen, lag ursprünglich in den Händen des Bischofs, der es wie andere Sakramentalien den Presbytern übertragen konnte. Da das Kreuz bei Bittgängen die Hauptrolle spielte, hiessen diese geradezu cruces. Das Kreuz ist ebenso das kirchliche Zeichen der bischöflichen und apostolischen Würde, und der Papst hat das Recht, es überall vor sich hertragen zu lassen.

Ritus

Auch der Volksglaube bediente sich des Kreuzes in weitem Umfang. Das sich Bezeichnen mit dem Kreuz, das Kreuzschlagen durch Hand- und Fingerbewegung, reicht bis ins 3. Jhd. zurück. Diese Geste war schon früh ein allgemeines Bewahrungs- und Segensmittel und wurde auf apostolische Überlieferung zurückgeführt. Daher ging das Bekreuzigen sehr bald auch in den öffentlichen Gottesdienst über.

In den abendländischen katholischen Kirchen unterscheidet man das lateinische und das deutsche Kreuz. Beim lateinischen Kreuz wird die Formel In nomine patris et filii et spiritus sancti, amen oder eine ähnliche gesprochen und dazu mit der flachen rechten Hand Stirn und Brust, dann die linke und endlich die rechte Seite berührt. Die Formel des deutschen Kreuzes heißt: Im Namen Gottes etc.; wobei mit dem vorgestreckten Daumen der rechten Hand, auf dem der Zeigefinger mit den übrigen quer aufliegt, Stirn, Mund und Brust berührt wird, während die linke Hand auf der Brust ruht.

Unter einem Kreuze mit ausgebreiteten Armen zu stehen oder sich niederzuwerfen, war das Zeichen der Buße. Unglückliche, die eine Klage vorzubringen hatten, trugen ein Kreuz in den Händen oder auf den Schultern. Vor dem heiligen Kreuz oder so, dass es aufs Hauptgelegt wurde, geschahen Eide. Mit Kreuzen wurden Feld- und Gaugrenzen bestimmt, und zu den Gottesurteilen zählt auch das sogen. „Kreuzurteil“.

In vielen Kirchen will man Teile von jenem wahren Kreuz besitzen. Allmählich bildete sich auch der Glaube an eine besondere, wundertätige Kraft der Kreuzes-Reliquien immer mehr aus. Selbst die Ikonoklasten wagten es nicht, das Kreuz anzutasten. Das Zeichen des Kreuzes erhielt sich viele Jahrhunderte hindurch bis auf die Gegenwart. Bis heute knüpfen sich ernste und heilige Erinnerungen daran. Diese Erinnerungen werden bleiben, solange man auf Erden sich sagt, dass „der Edelste, den jemals die Erde trug, am Kreuz sein Haupt neigte“.

Formen

Seit dem Eingang ins Christentum unterscheidet man Kreuzformen nach der Länge und Gestalt der Arme. Die beiden hauptsächlichsten Grundformen sind das Griechische und das Lateinische Kreuz. In der weiteren Ausbildung wurden die Arme vermehrt oder deren Enden auf verschiedene Weise gestaltet.

Griechisches Kreuz

Name Kurzbeschreibung
Griechisches Kreuz Die einfachste ursprüngliche Form mit vier gleichlangen Armen. Es bildet z.B. die Grundform bei Kirchen mit zentraler Anlage.
Radkreuz Sonnenkreuz oder Sonnenrad. Griechisches Kreuz mit einem umschließenden Kreis
Knotenkreuz, Salomonsknoten Ein ornamentales Kreuz in Form eines geschlungenen Knotens, welches als Ziermotiv bereits im indogermanischen Raum unzählige Male auftritt.
Hakenkreuz, Swastika Hier knicken die Enden der Arme nach einer Seite um. Die Swastika ist das uralte Symbol für Sonne, Licht, Feuer, Bewegung und Drehung. Zur Unterscheidung wird die nach links-gerichtete Form mitunter auch als Sauwastika [2] bezeichnet, im Gegensatz zur nach rechts-gerichteten Swastika.
Andreaskreuz
(crux decussata)
Geschobenes Kreuz bzw. Schrägkreuz, in X-Form liegend. Findet zuerst als Namenszug Christi (x) seine Bedeutung. Später auch Burgunderkreuz, oder, weil der Apostel Andreas daran gekreuzigt worden sein soll, Andreaskreuz genannt. Es kommt auch häufig im Fachwerkbau vor.
Doppelkreuz (griechisch) Vierbalkenkreuz, Kuppelkreuz. Gebildet durch Zusammensetzung eines griechischen und eines Andreaskreuzes.

Lateinisches Kreuz

Name Kurzbeschreibung
Lateinisches Kreuz
(crux immissa)
Hochkreuz, Passionskreuz. Form mit längerem Kreuzstamm. Symbol des Inbegriffs des Christentums, Sinnbild des tiefsten Schmerzes und des höchsten Heils, Erkennungszeichen der Christen, weil nach allgemeiner Annahme Christus an einem solchen gestorben ist. Wird im Grundplan der Kirchen in Basilikenform (s. Basilika) zum Ausdruck gebracht.
Keltenkreuz Hochkreuz oder Irisches Kreuz. Kreuz, bei dem um den Schnittpunkt der Balken ein Ring liegt
Stechkreuz
(cross fitchy)
Nagelspitzkreuz. Kurzes, unten zugespitztes lateinisches Handkreuz, einem Dolch ähnlich. Auch Bernwardskreuz, als Exemplar, welches von Bischof Bernward von Hildesheim (993-1022) verfertigt und im Hildesheimer Domschatz noch vorhanden ist.
Henkelkreuz
(crux ansata)
Ankh, Koptisches Kreuz. Altägyptisches Sinnbild des künftigen Lebens.
Petruskreuz Umgekehrtes lateinisches Kreuiz, an welchem der heilige Petrus gekreuzigt werden wollte.
Doppelkreuz (lateinisch) Kreuz mit zwei Querbalken, also sechs Armen
Lothringerkreuz Kreuz mit zumeist zwei gleichlangen Querbalken; tlw. synonym zum Patriarchenkreuz.
Patriarchenkreuz Byzantinisches Doppelkreuz, Erzbischofskreuz. Hier ist der untere Querbalken länger als der obere. Erscheint vielfach an katholischen Kirchen und soll mit der oberen Querleiste auf die Pilatus-Inschrift am Kreuze Jesu hindeuten.
Kardinalskreuz Patriarchenkreuz mit doppelten Armen, die in Kleeblattform enden.
Dreifachkreuz (lateinisch) Kreuz mit drei Querbalken, also sechs Armen.
Papstkreuz Päpstliches Kreuz. Form mit drei Querbalken übereinander, die sich in der Länge abstufen. Wird dem Papst und seinen Legaten vorgetragen.
Russisches Kreuz Russisch-orthodoxes Kreuz. Form mit drei Querbalken, deren unterer schräg gestellt ist. Besonders auf Kirchen zu finden.

Krückenkreuze

Als Krückenkreuz, Kruckenkreuz oder Hammerkreuz (cross potent) bezeichnete man Varianten, wenn die Arme wieder in einem dünneren Querbalken (in T-Form) enden oder sich einfach verbreitern (Tatzenkreuz, Prankenkreuz). Diese Gestalt verbindet sich bei den Südgermanen (Westgoten, Langobarden) gern mit einer Spiralendung an jeder Ecke (also deren acht), oder ist bei den Westgoten in Spanien sehr häufig hohl ausgerundet (s.a. Bolnissikreuz).

Griechische Krückenkreuze

Name Kurzbeschreibung
Krückenkreuz Griechisches Kreuz, dessen vier Arme je ein Taukreuz, also eine Krücke bilden.
Prankenkreuz Christusordenkreuz. Griechisches Kreuz mit sich am Ende verbreiternden Armen
Tatzenkreuz
(cross pattée)
Mantuanisches Kreuz, Templerkreuz. Griechisches Kreuz mit verbreitert auslaufenden Balken
Malteserkreuz Johanniterkreuz. Form mit sich verbreiternden Armen, die an den Enden stumpfwinklig ausgeschnitten sind.
Weihekreuz
(crux signata)
Apostelkreuz. Tatzenkreuz mit einem umgebenden Kreis. Als Zeichen bischöflicher Weihe, nur auf die Wand gemalt oder in Flachreliefs.

Lateinische Krückenkreuze

Name Kurzbeschreibung
Byzantinisches Kreuz Lateinisches Kreuz mit verbreitert auslaufenden Armen.
Johanneskreuz Lateinisches Kreuz mit sich am Ende verbreiternden Armen.

Arianische Kreuze

Als Arianisches Kreuz bezeichnet man Varianten mit runden Armenden des Kreuzstammes. Diese erschienen häufig bei den Ostgoten und ihre Nachfolger behielten diese Formen bei. So zeigen z.B. zwei Kreuze neben dem Baptisterium der Arianer in Ravenna an jedem Kreuzesarmende ein solches Rund und einen ganz wenig verlängerten Kreuzesstamm, ebenfalls mit Rund, und gelten als „arianische". Doch ist darüber nichts Sicheres festgestellt worden.

Name Kurzbeschreibung
Apfelkreuz (croix pommée) Kugelkreuz, Kugelstabkreuz, Pilgerkreuz. Griechisches Kreuz mit Kugeln (Äpfeln) an den Kreuzarmen.
Kolbenkreuz Variante mit allgemein rundlich verdickte Enden.

Anker- und Kleeblattkreuze

Bei den Ankerkreuzen spalten sich die Enden des Kreuzes in je zwei ausgebogene Enden (in Anker- oder Doppelspiralform) oder enden in Lilienform. Diese Kreuze sind meist gleicharmig (griechisch).

Name Kurzbeschreibung
Ankerkreuz (Cross recercely) Mühleisenkreuz (Cross moline). Kreuz, dessen Arme in je zwei ausgebogene Enden auslaufen.
Kleeblattkreuz (Cross bottony) Lazaruskreuz, Brabanterkreuz. Mit Enden in Kleeblattform.
Lilienkreuz (cross fleury) Mit Enden in Lilien- bzw. Glevenform (Glevenkreuz).

Dreiarmige Kreuzformen

Name Kurzbeschreibung
Taukreuz
(crux commissa)
Ägyptisches Kreuz, Antoniuskreuz. Kreuz mit längerem Stamm, aber ohne den obersten Arm, also in T-Form. Form des Kreuzes, an welchem der Apostel Philippus († um 81 n. Chr.) gestorben sein soll. Benannt nach Antonius dem Großen (um 251-356), der damit in Ägypten die Götzen gestürzt und die Pest vertilgt haben soll. Das griechische Tau galt in der altchristlichen Kirche als heiliger Buchstabe, weil es der Gestalt des Kreuzes Christi am nächsten kam.
Gabelkreuz Schächerkreuz, Mystikerkruzifix. Heraldisch: Deichsel. Einfaches dreiarmiges Kreuz in Y-Form mit zwei schräggestellten Armen. Gehört der Wappenkunde an.
Triquetrum Dreiarmiges Hakenkreuz, welches hauptsächlich in Nordeuropa auftritt.
Triskele Dreiarmiges Kreuz mit spiralförmig eingerollten Armen.
Triqueta Dreiecksknoten.
Valknut, Wotansknoten Drei ineinander verschlungene Dreiecke.

Geschichtliches

Das Kreuz war als Symbol seit der Spätantike allgemein verbreitet. Auf christlichen Denkmälern erscheint es seit Konstantin dem Großen (306-337 n. Chr.), welcher das Kreuzeszeichen (XP), das er vor der Schlacht gegen Maxentius im Jahre 312 in den Wolken sah, in seine Kriegsfahne (Labarum) aufnahm. Sich selbst liess er als Sieger mit der Kreuzesfahne, später mit dem Kreuz auf der Stirn darstellen, und ließ ebenso auf den Helmen und Schilden seiner Soldaten das Zeichen des Kreuzes anbringen.

Nachdem Kaiser Konstantin das Christentum zur Staatsreligion erhoben hatte, wurde das Kreuz auf öffentlichen Plätzen und in Kirchen aufgestellt. Das Monogramm der griechischen Anfangsbuchstaben des Namens Christus (XP) brachte man an den Häusern, den Straßen, auf Gräbern (anfangs nur auf denen der Märtyrer) und in den Kirchen, insbesondere auf den Altären.

Spätantike / Völkerwanderungszeit

Um das Jahr 325 begann die eigentliche Verehrung des Kreuzes, als Kaiserin Helena, die Mutter Konstantins, das angeblich wahre Kreuz, an dem Jesus gelitten hatte, in Jerusalem fand, und ein Stück davon mit nach Konstantinopel brachte. Von da an beging man festlich jenen Tag (den 3. Mai), an welchem das Kreuz von Helena gefunden worden war. Dieses Fest feiern Katholiken bis in die Gegenwart unter dem Namen „Kreuzauffindung“. Auch der Karfreitag wurde zum Tag der allgemeinen Verehrung des Kreuzes und der damit verbundenen Leiden Jesu.

Seit Ende des 4. Jhds. wurde das Kreuz immer mehr der gewöhnliche Schmuck der Kirchen und besonders Altäre (als Alterkreuz). Es erhielt seine Stelle im Sanktuarium, über dem Eingang der Kirche, auf dem Ambo vor dem Lesepult, über oder unter dem Triumphbogen. Kein Kirchenbuch, Kirchengefäss und Kirchengewand durfte des Zeichens entbehren.

5. Jahrhundert

Seit dem 5. Jhd. diente das materiell ausgeführte Kreuz, einfach hölzern oder bemalt, auch als Amulett. Man legte ihm Wunderkraft bei, wie es noch heute vielfach als Schutzmittel z.B. gegen böse Geister angewendet wird. Zu dieser Zeit wurde das Kreuz häufig im Eingang von Diplomen und anderen Handschriften statt der Anrufung des Namens Gottes gesetzt; ebenso ein oder drei Kreuze über den Rezepten der christlichen Ärzte. Auch kam die Sitte auf, unter dem Kreuz ein Lamm darzustellen, aus dessen Brust Blut fließt.

6. Jahrhundert

Seit dem 6. Jhd. findet die Sitte, dass des Schreibens Unkundige anstatt ihrer Namensunterschrift drei Kreuze setzten. Überhaupt war es gewöhnlich, bei Unterschriften von Briefen und Urkunden neben oder statt des Namens noch drei Kreuze zu zeichnen. So diente das Kreuz unter Urkunden, Diplomen und anderen Handschriften anstatt der Anrufung des Namens Gottes als Zeichen und Erinnerung an die Pflicht der Wahrhaftigkeit. Geistliche setzten es regelmässig neben ihren Namen, Bischöfe vor denselben. Die griechischen Kaiser unterschrieben oft mit roten, die byzantinischen Prinzen mit grünen, die angelsächsischen Könige vor der normannischen Eroberung mit goldenen Kreuzen.

Frühmittelalter

Jenes Stück des angeblich wahren Kreuzes, welches in Jerusalem verblieben war, fiel im Jahre 616 in die Hände der persischen Sassaniden, wurde aber vom Kaiser Herakleios 628 wiedererobert und am 14. September auf der Schädelstätte (Golgota) in Jerusalem aufgepflanzt. Zum Andenken daran feiert man das Fest der „Kreuzerhöhung“.

Im Jahre 680 verbot das sechste Konzil in Konstantinopel die Sitte wieder, unter dem Kreuz ein Lamm darzustellen, aus dessen Brust Blut fließt und verordnete stattdessen, den Heiland in Gestalt eines am Kreuzes hängenden Menschen abzubilden. So entstand das Kruzifix, d. h. ein Kreuz mit dem Bilde des sterbenden Erlösers.

Hochmittelalter

Durch die Kreuzzüge wurde das Kreuz im Hochmittelalter zum Kriegszeichen gegen den Halbmond. Die Kreuzfahrer hefteten das aus Seide oder Goldfäden oder sonst gewobene Kreuz an ihre Kleider. Von nun an wurde es immer mehr zum weltlichen Zeichen, und Fahnen, Helme, Waffen, Kronen, Zepter, Reichsapfel, Denkmäler, Siegel, Münzen, Wappen in den vielfältigsten Formen damit geschmückt. Die Eroberung einer heidnischen oder muslimischen Stadt wurde durch Aufpflanzen eines Kreuzes bezeichnet. Seit den Kreuzzügen setzte sich auch das Kreuz vollends architektonisch durch die Kirche durch. Schon vor 1200 trug die Fahne des Heiligen Römischen Reiches ein Kreuz. das St. Georgenbanner (mit dem Georgskreuz), das Georg nach der Sage ein Engel vom Himmel brachte.

Spätmittelalter

Kaiser Friedrich III. (1452-1493) nahm das Kreuz in aller Form in das kaiserliche Wappen auf, doch machten seine Nachfolger davon keinen Gebrauch.

Kirchlicher Gebrauch

In der Form des Kreuzes erbaute man viele Kirchen, und auch auf Münzen erschien das Kreuz. Auf Münzen und Siegeln bedeutet ein Kreuz die Stelle des Beginns der Umschrift, und mehrere Münzen haben ihren Namen vom Gepräge des Kreuzes, z. B. der Kreuzer, der Kreuzpfennig, der Kreuzgroschen, der Kreuzdukaten der Könige von Frankreich seit Franz I. (1515-1547) etc.

Mit gestickten, gemalten, metallenen Kreuzen wurde das Ornat der Geistlichen geschmückt. Bischöfe und andere höhere Geistliche trugen kostbare Kreuze an Ketten um den Hals (Brustkreuz). Mehrere Mönchs- und Nonnenorden trugen das Kreuz in verschiedener Weise auf ihrem Gewand, und bei Begräbnissen, Prozessionen und dgl. eröffnete es den Zug (als Vortrage- oder Prozessionskreuz). Innerhalb des zeremoniellen Gebrauchs in der Kirche unterscheidet man z.B.:

Name Kurzbeschreibung
Altarkreuz Ein reich geschmücktes Kreuz auf oder nahe dem Altar, an den Enden die Evangelistenzeichen, unten mit kandelaberartigem Fuß.
Reliquienkreuz Kreuzreliquiar mit reichem Schmuck zur Heilung auf Altären.
Pektorale Brustkreuz. Auf der Brust an einem Band getragenes Kreuz für Bischöfe, Äbte u.s.w.
Vortragekreuz Prozessionskreuz. Auf einer Stange getragen mit prachtvoller Ausschmückung.

Giebelkreuze

Wie das Kreuz das öffentliche Zeichen oder Wappen der Kirchen war, so wurde es das äussere Zeichen der Kirchhöfe und ihrer Gräber. So finden wir in der kirchlichen Baukunst das Kreuz, außer der symbolischen Verwendung oder als Wandschmuck, am Äußeren der Gebäude als bekrönenden Abschluss von Kirchengiebeln oder als oberste Endung der Turmspitzen. Letztere Ausbildung erfolgte bei Steinhelmen ebenfalls in Stein, bei hölzernen Turmhelmen jedoch in Schmiedeeisen. Um diese hochragenden Kreuze gegen die Wirkungen des Windes zu sichern, bedarf es besonderer Vorsichtsmaßregeln, bestehend in weit herabführenden Bändern, Verschraubungen und umschließenden Bünden.

Kreuzsäulen

Außerdem wurden Kreuze seit dem Mittelalter auch als selbständige Denksäulen errichtet, als Feld- oder Flurkreuz, Votivkreuz oder Bildstock an Kreuzwegen oder zum Andenken an eine Begebenheit, auch an einem weithin sichtbaren Ort. Überall, wo solch ein Kreuz stand, auch an der Strasse, gab es für Verbrecher Asyl. Ein solches Flurkreuz besteht meistens aus einem hohen, weithin sichtbaren Kreuz aus Holz oder Stein auf Sockel oder Stufenkranz.

Bei Holzkreuzen solcher Art wurde häufig ein schützendes Dach übergesetzt, um es vor der Witterung zu schützen. In Stein gebildet erscheint das Flurkreuz oft als Spitzsäule, die oben mit einem Tabernakel und einem Kreuz endet. In weitgehender Verwendung findet sich das Grab- oder Friedhofkreuz, auf den Gräbern in vielfältigster Größe und Gestaltung errichtet. In den meisten Fällen frei stehend, sind sie der Witterung voll ausgesetzt und werden daher zumeist aus robusten Stoffen, wie Stein oder Eisen hergestellt.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Damen Conversations Lexikon. aaO.
  2. https://en.wikipedia.org/wiki/Sauwastika
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