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Das Langschwert oder auch Lange Schwert wird an einem Gürtel an der linken Seite getragen, und war laut griechischer und römischer Berichte die Waffe der Völker des Westens und Nordens.

Beschreibung

Das Begriff des Langschwertes ist in seiner Definition recht breit gefächert und sondert sich erst im Laufe des Hochmittelalters vom sog. Ritterschwert ab, wobei dieses dann als Bezeichnung für alle einhändig geführten Schwerter des Hoch- und Spätmittelalters geläufig wird, während der Begriff des Langen Schwertes für die zweihändig geführten Typen weiter verbleibt. Allerdings überschneiden sich diese beiden Begriffe auch durchaus. [1] [2]

Frühmittelalter

Das Langschwert wurde in Form der Spatha bei den Franken schon zur Merowingerzeit geführt, aber erst im Frühmittelalter und im Zuge der Umorganisation des Heerwesens durch Karl den Großen (747-814) zur Hauptwaffe der Ritterschaft (als sog. Ritterschwert) und zum Attribut des freien Mannes. Grund dafür war das Hervortreten der Reiterei, wodurch eine vollständige Veränderung der Bewaffnung einsetzte.

Das sog. Ritterschwert oder auch Kampfschwert entwickelte sich als Einhandschwert mit 90-130 cm Gesamtlänge ab dem 10. Jh. durch Herausbildung der Parierstange aus dem Wikingerschwert als Fortsetzung der Spatha. Die Übergänge waren dabei fließend.

Hochmittelalter

Im 12. Jh. macht sich eine strengere Unterscheidung des Ritterschwertes (im ursprünglichen Sinne eines Reiterschwertes) vom Schwert eines Fußkämpfers bemerkbar, insoweit man dem Fußknecht überhaupt das Führen eines Schwertes, das nur als Waffe des Adligen, des Ritters angesehen wurde, zugestand. Selbst in Italien, wo das Fußvolk nicht so sehr missachtet wurde, führte dieses im 12. Jh. nur Spieße.

Am Ende des 12. Jhs. verlängerte sich an Ritterschwertern das Griffholz allmählich (Bild). Die Schwierigkeit, eine längere Klinge von 80 bis 90 cm mit einer Hand zu regieren, führte zu der Notwendigkeit, auch zuweilen die zweite zu Hilfe zu nehmen; damit entstanden die Griffe zu anderthalb Hand".

Die wesentliche Form der christlichen Schwerter am Ende des 12. Jhs. im Übergang zum 13. Jh. waren: ein starker Knauf (sowohl in sechseckiger, als auch in runder Form), aber stets auf zwei Seiten flach gedrückt, eine kurze Handhabe, eine breite Parierstange und eine kurze, breite Klinge. [3]

Bis ins 13. Jh. hinein wurden längere Schwerter auch ohne Schwertscheiden getragen und bloss mit Riemen umwickelt. In Frankreich trug der Adlige zwei Schwerter, das eine lange am Sattelbogen rechts, das andere kürzere am Gürtel an der linken Seite.

Spätmittelalter

In Söldnerheeren in Spätmittelalter und Renaissance waren schwertführende Kämpfer mit Schild weniger gefragt, da die Schilde mit den Hellebarden der Pikeniere weggerissen werden konnten. Durch die neuartigen Plattenrüstungen gut geschützt konnten sich Schwertkämpfer aber auch ohne Schild vorwagen. Gefragt waren in der Schlacht der Heerhaufen Schwerteinsätze von größerer Effizienz, weshalb das Langschwert zum Zweihänder mutierte, das immer mit zwei Händen geführt wurde, und besonders lang sein musste, um andere Langwaffenträger verletzen zu können.

Im 14. Jh. erfuhr das lange deutsche Reiterschwert (Kürißschwert) am Griff viele Formenwandlungen, die den italienischen Geschmack der Zeit verraten.

Ab der Mitte des 15. Jhs. fand eine Trennung der Begrifflichkeiten von Anderthalbhänder und dem Langen Schwert statt, auch wenn diese beiden Begriffe häufig gleichgesetzt werden. Damit sollte der Unterschied zu noch längeren Fechtwaffen deutlich werden. [4]

  • Passot (franz. épée à passot) wurde im 15. Jh. ein breites und sehr langes Schwert genannt, dessen Name vielleicht von passo, dem über 1,12 m langen spanischen und italienischen Maße abstammen. Sicheres ist aber darüber nicht festzustellen.

Renaissance

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Langes Schwert
  2. Wikipedia: Ritterschwert
  3. Hefner-Alteneck, Trachten, Kunstwerke. aaO. Bd. II, S. 11, Tafel 93A
  4. Wikipedia: Anderthalbhänder
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