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Das Lorscher Arzneibuch (Msc.Med.1, alte Signatur L.III.8, früher auch als Codex Bambergensis medicinalis 1 bezeichnet) ist eine frühmittelalterliche Handschrift aus der Zeit Karls des Großen und entstand ca. um 795.

Es ist das älteste erhaltene Buch zur Klostermedizin) aus dem abendländischen Frühmittelalter (s. Arzneibücher). Geschrieben wurde es in lateinischer Sprache im Kloster Lorsch bei Worms. Seit ca. 1000 Jahren befindet es sich in Bamberg und wird heute in der Staatsbibliothek Bamberg verwahrt. [1][2]

Beschreibung

Das Lorscher Arzneibuch wurde um das Jahr 795 von einem unbekannten Mönch im Benediktinerkloster Lorsch geschrieben. Die Handschrift enthält das einzige bekannte (Teil-)Verzeichnis einer kaiserlichen Bibliothek des Frühmittelalters (fol. 42v), niedergeschrieben durch Leo von Vercelli († 1026), den Lehrer und Vertrauten Kaiser Ottos III. Diese Bücherliste erlaubt es auch, die Geschichte des Lorscher Arzneibuches weitgehend zu rekonstruieren:

Nach dem Tod Kaiser Ottos III. im Jahre 1002 kam die Handschrift in den Besitz seines Nachfolgers Kaiser Heinrich II., der sie der Dombibliothek des von ihm im Jahr 1007 gegründeten Bistums Bamberg schenkte. Von dort gelangte sie im Zuge der Säkularisation 1803 in die Kurfürstliche Bibliothek Bamberg, die heutige Staatsbibliothek Bamberg, wo sie unter der Signatur Msc.Med.1 verwahrt wird.

Inhalt

Das Lorscher Arzneibuch ist eine Zusammenstellung mehrerer Schriften. Dazu gehören:

  • Vorwort (Fol. 1r - 4v)
  • Fragment eines med. Textes. (Fol. 6r.)
  • Ps.-Aristoteles, Problemata (Fol. 6v - 7v) - Die Fragen des Philosophen Aristoteles.
  • Verschiedene med. Kurztraktate (Fol. 8r - 8v)
    • Unheilvolle Tage des Mondumlaufs in den einzelnen Monaten
    • Welchen Trank wir in den einzelnen Monaten verwenden sollen
  • Hermeneumata (Fol. 15r - 17r)
  • Curationes capitulationibus V comprehensae (Rezeptsammlung)
  • Epistula Anthimi ad Theodoricum regem (Fol. 72r - 75r) - Brief des erlauchten Anthimus an Theutrich, den König der Franken (S. De observatione ciborum)
  • Nachtrag und Alphabet (Fol. 75v)

Die Beiträge und Einzelrezepte aus dem Buch finden sich gesammelt auch in der Kategorie:Lorscher Arzneibuch.

Quellen

  • Lorscher Arzneibuch (Msc.Med.1). Digitalisat der Staatsbibliothek Bamberg (Kaiser-Heinrich-Bibliothek). Medicus Anthimus. Lorsch, Anfang 9. Jahrhundert. Transkription und deutsche Übersetzung von Ulrich Stoll, 1992/2014.
  • Stoll, Ulrich: Das „Lorscher Arzneibuch“. Ein medizinisches Kompendium des 8. Jahrhunderts (Codex Bambergensis medicinalis 1). Text, Übersetzung und Fachglossar. Stuttgart: Steiner 1992.
Wikipedia lexikon3e
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Einzelnachweise

  1. Lorscher Arzneibuch, Deutsche UNESCO-Kommission e.V.
  2. Lorsch Pharmacopoeia (The Bamberg State Library, Msc.Med.1), UNESCO