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Als Münzwesen bezeichnet man Münzen als Einrichtung des wirtschaftlichen Verkehrs. Das Münzwesen kam bei den Griechen um das Jahr 700 v. Chr. oder etwas früher auf und verbreitete sich von dort aus über die ganze Welt des Altertums. Griechische Gepräge veranlassten und beeinflussten selbst noch in sehr viel später Zeit die Entstehung des Münzwesens z.B. bei den Kelten.

Allgemeines

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Latènezeit

Als Geld im Handelswesen der Latènezeit deutet man längliche Goldperlen; doch finden sich auch Nachbildungen der Münzen des Mazedonierkönigs Philipp. [1]

Römerzeit

Den Germanen wurde die Bekanntschaft mit Münzgeld durch die Römer vermittelt; römische Denare aus dem Ende der republikanischen Zeit, sog. römische Familienmünzen, kamen bei ihnen zuerst in Umlauf. Oft erwähnt ist die Stelle in der Germania des Tacitus (Kap. 5): "Das alte Geld und lang bekanntes ist ihnen recht, so die Stücke mit gezahntem Rande und einem Zweigespann. Überdies suchen sie mehr das Silber als das Gold,..." [2]

Römische Provinzialkultur

Münzen aus der Zeit vor Kaiser Nero (54–68 n. Chr.) treten mit Ausnahme von Holland, der Gegend an der Ems und eines Fundes von Niemegk (Brandenburg) in Mitteleuropa nur als vereinzelte Stücke auf und fehlen bis auf einige Ausnahmen auch in Gräbern. Die Schatzfunde der Römischen Provinzialkultur setzen sich ziemlich gleichmäßig, im Wesentlichen aus Denaren von Nero bis hin zu Septimius Severus (193-211 n. Chr.) zusammen (besonders von Hadrian, Antoninus Pius, Mark Aurel).

Die Zusammensetzung der Funde und Erhaltung der Stücke weist dahin, dass die Einfuhr in der letzten römischen Eisenzeit stattfand und vielleicht waren die Markomannenkriege (166-180 n. Chr.) der Anlass der starken Zufuhr. Die große Masse waren Silberdenare; aus den folgenden Jahrhunderten, wo die Einfuhr nachläßt, überwiegen Gold und Bronze. Die Münzen dienten in erster Linie wohl als Kurant (in den Hacksilberfunden wurden sie nur als Metall aufgenommen); doch fehlt es nicht an solchen, die durch Durchbohrung, Henkel oder Öse zu Schmuckstücken hergerichtet sind.

Als Grabbeigaben kommen Münzen erst seit Ende des 3. Jhds. etwas häufiger vor. Eine Ausnahmestellung nimmt Ostpreußen ein, wo gerade im 3. Jhd. Münzen eine allgemeine Grabbeigabe bilden. Besonders deutlich und reich sind die skandinavischen Erscheinungen: fast beschränkt auf das südöstliche Schonen, Bornholm, Öland, Gotland und so den Importweg bezeichnend, welcher über die Weichselmündung ging und in den reichen Funden in Westpreußen und Ostpreußen, sowie weiter südlich in der Verteilung der Münzfunde in Posen und Schlesien bis zum Ende des 3. Jhds. erkennbar ist.

Einfluss des römischen Münzwesens

Die Vorliebe für Silber behielten die Germanen lange Zeit. Der deutsche Historiker Theodor Mommsen nahm an, dass der Großteil des römischen Silbergeldes zu ihnen über die Grenzen wanderte und dort über Jahrhunderte in Umlauf blieb. Als der römische Münzfluss sank, freundeten sich die Germanen auch mit dem leichteren neronischen Denar und seinen noch schwächeren Nachfolgern an, bis in die Zeit des severischen Hauses.

Nach einem Zeugnis aus der Zeit des Severus Alexander zum Jahre 234/5 bei Herodian (VI, 7) ließen sich die Germanen den Frieden von den Römern in Gold bezahlen. In der Tat lehren Münzschätze aus dem 3.-5. Jhd., die auf dem Boden des freien Germaniens aufgedeckt wurden, dass in jener Zeit große Goldmengen aus dem Römischen Reich nach Mitteleuropa geflossen sein müssen. Seit dem Ende des 4. Jhds. sahen sich die römischen Kaiser genötigt, Goldzahlungen an die "Barbaren" bei Todesstrafe zu verbieten. [3]

Das römische Geld kam teils als Kriegsbeute oder Kriegsentschädigung, teils auf friedlichem Wege durch Handelsverkehr, oder als Ersparnis heimkehrender Krieger in die germanischen Gebiete. Die einfache Wirtschaftsverfassung, die damals hier herrschte, macht es wahrscheinlich, dass das fremde Geld von den Germanen anfänglich weniger für die Bedürfnisse des Umlaufs Verwendung fand, sondern mehr als Schatzgeld oder Schmuck genutzt wurde. Vor allem gute Silbermünzen wurden gern gehütet, wie die Bezeichnungen: got. skatts, anord. skattr, ags. sceat, afries. sket zeigen.

Nachmünzung römischer Gepräge

Nachbildungen römischer Münzen sind selten und beschränken sich auf grobe Nachahmungen; z.B. in Schweden. Häufiger sind in Nordeuropa die Nacharbeiten byzantinischer Solidi in einem eigenartigen nordischen Stil, der auch auf die Tierornamentik einwirkte, während die eigene Münzprägung der germanischen Reiche des Südens vom 5. Jhd. an eng an diese Vorbilder anschloss.

Münzwesen RdgA Bd. 03 Tafel 17

Germanische Nachprägungen

Als älteste germanische Münzen galten mitunter einige Nachbildungen von Denaren aus der Zeit der Römischen Republik, auf denen man die Namen von Quadenkönigen: Sissarus, Vannius, Ariogäsus und dgl. zu enträseln glaubte. Es besteht durchaus eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Anfänge germanischer Münzprägung in Gegenden zu suchen sind, die dem römischen Reiche benachbart waren, doch sprachen spätere Untersuchungen den Quaden die erwähnten Nachmünzen ab und teilten sie stattdessen den keltischen Araviskern zu.

Wo und wann germanische Goldschmiede zum erstenmal als Münzarbeiter tätig waren, ist sehr schwer zu sagen, obwohl sich unter der großen Menge von Nachbildungen römischer Gepräge, die man lange Zeit ungesichtet unter dem Gesamtausdruck „barbarische Nachahmungen von Römermünzen" zusammenfasste, sicherlich manches germanische Erzeugnis befindet. Häufiger wurden diese Nachmünzungen seit der Zeit Konstantins (ca. 4. Jh.) und bei jenen Germanen, die dem römischen Reich benachbart waren oder ihre Sitze sogar auf römischen Boden vorgeschoben hatten.

Im großen Goldschatz, der anderthalb Jahrtausend, nachdem er vergraben worden war, 1907 zu Dortmund wieder aufgedeckt wurde, gab es viele Nachprägungen gallischen und germanischen Ursprungs, die sowohl an ihrem Prägestil und öfters auch an ihrem blassen Metall zu erkennen waren. Stilistisch waren die Kopfseiten meist besser gelungen, als die Bilder der Rückseiten. Oft waren die Aufschriften fehlerhaft, zum Teil selbst sinnlos, in einem Falle (Bild) wurde der Stempel einer zu Trier geprägten Silbermünze in Gold nachgeschlagen.

Ziemlich sicher germanische Erzeugnisse sind 16 kleine Silbermünzen, die zugleich mit dem Dortmunder Goldschatz zutage kamen, demselben aber wahrscheinlich erst etwas später beigegeben wurden. Sie zeigen auf der einen Seite einen bartlosen Kopf von rechts mit sinnlosen Buchstabenresten, auf der Kehrseite ein Kreuz oder "X", zuweilen von Punkten begleitet, in einem dreifachen Kreisrahmen, der mal einem Perlenkreis, mal einem Blätterkranz ähnelt (vgl. Bild).

Quellen

Einzelnachweise

  1. Meyers Großes Konversations-Lexikon (auf Zeno.Org). 6. Auflage. Leipzig, 1905–1909. Bd. 13, S. 679-687 (Metallzeit).
  2. Tacitus, De origine et situ Germanorum (Germania). Übersetzung "Die Germania des Tacitus". Anton Baumstark: Freiburg 1876. Digitalisat auf Wikisource.
  3. Geschichte des römischen Münzwesens (Google Books). Theodor Mommsen. Weidmannsche Buchhandlung, 1860S. 772
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