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Das Vorkommen wilder Obstbäume auf den Britischen Inseln ist sowohl durch Namen und literarische Belege als auch durch Funde in postglazialen Mooren und Süßwasserablagerungen bezeugt.

Beschreibung

Von dem Holzapfelbaum (Pirus malus L. silvestris; ags. æppelþorn, die Frucht wudnæppel), dem Vogelbeerbaum (Sorbus aucuparia L.; ags. cwicbéam), der Hundsrose (Rosa canina L.; ags. hévpbrémel, brǣr, die Hagebutte ags. héope) und verschiedenen Beerenarten haben wir nur sprachliche und literarische Zeugnisse. In den Mooren von Crossness in Essex kam aus einer Schicht, die noch unter der römischen liegt, Holz des Birnbaums (Pirus communis L.) zutage.

Die Vogelkirsche (Prunus avium L.) wurde in den Mooren von Hayfield bei Edinburgh sowie auch in denen von Crossness nachgewiesen; die Traubenkirsche (Prunus padus L.) bei Weymouth in Dorset, in Northampton, in Sand le Meer (Yorkshire) und in Hailes bei Edinburgh; die Zwetsche (Prunus domestica L.), die sonst in Nord- und Mitteleuropa prähistorisch nicht bezeugt ist, wurde in der vorrömischen Schicht in den Mooren von Crossness gefunden. Angelsächsische Namen dieser vier Wildobstbäume sind nicht erhalten. Auch die Schlehe (Prunus spinosa L.; ags. sláh, slá, der Strauch ags. sláhþorn) ist verschiedentlich nachgewiesen. Von einer vorgeschichtlichen Kultivierung der Obstbäume auf den Britischen Inseln liegen allerdings keine sicheren Beweise vor.

Kultivierung

Die eigentliche, feinere Obstkultur wurde nach England, genau wie zu den Kontinentalgermanen, durch die Römer gebracht. Obschon man über Obstbau in Britannien zur Römerzeit außer der Angabe des Plinius (Nat. Hist. 15, 102 f.) über die Kirsche keine weiteren Zeugnisse haben (s. Obstbau: Römerzeit) [1], lassen die Funde in der Saalburg bei Homburg doch auch für Britannien Rückschlüsse zu. Wenn die Kirsche bereits im 1. Jh. n. Chr. auf den Britischen Inseln eingebürgert war, wird man das gleiche auch von den übrigen am Oberrhein um dieselbe Zeit angebauten Obstarten vermuten dürfen.

Die Angelsachsen, die die römische Obstbaumzucht schon auf ihren Fahrten nach dem Niederrhein und der Küste Galliens kennen gelernt hatten, fanden also bei ihrer Landung in Britannien bereits eine reich entwickelte Obstkultur vor. Die in Deutschland damals gebauten Früchte wurden alle auch in England kultiviert: Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche, Kornelkirsche, Pfirsich, Quitte, Mispel, Spierling, Kastanie, Walnuss und Haselnuss werden in angelsächsischen Quellen genannt. Außer Kornelkirsche, Pfirsich, Mispel und Spierling, die fehlen, werden sie sämtlich bereits in den ältesten Glossaren des 8. und 9. Jhds. erwähnt, und ihre Namen stammen alle, soweit sie nicht überhaupt germanisch sind, wie æppel und hæssel, entweder noch aus der kontinentalen Periode oder aus der Zeit gleich nach der Ansiedlung der Angelsachsen in Britannien.

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Naturalis Historia. Gaius Plinius Secundus. Um 77 n. Chr. Volltext (lat.) auf Wikisource.