Paris ist die Hauptstadt von Frankreich. Sie liegt am Fluss Seine in der Region Île-de-France, im nordzentralen Teil des Landes. Während des Mittelalters gehörte die Stadt zum fränkischen Teilreich von Neustrien und entwickelte sich zu einem bedeutenden religiösen und kommerziellen Zentrum.
Beschreibung[]
Die Stadt wurde ursprünglich von einem keltischen Stamm der Parisii um 259 v. Chr. gegründet. Im Jahre 52 v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet und gründeten die gallo-römische Stadt Lutetia.
Römische Eisenzeit[]
Im 3. Jhd. n. Chr. wurde die Stadt christianisiert.
Völkerwanderungszeit[]
Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches macht der fränkische König Chlodwig I. Paris zur Hauptstadt seines Reiches.
6. Jahrhundert[]
- 508 - Chlodwig I. verlegt seine Residenz von Soissons nach Paris, wodurch sie zur Hauptstadt des Fränkischen Reiches wird.
- 511 - Chlodwig I. stirbt in Paris und wird in der von ihm den heiligen Aposteln zu Ehren erbauten Kirche bestattet, welche später der heiligen Genoveva gewidmet wird. In der anschließenden Teilung des Reiches unter seinen Söhnen geht Neustrien mit der Residenz Paris an Childebert I.. [1]
- 561 - Chlothar I. stirbt, und seine Söhne teilen das Frankenreich in Austrasien und Neustrien: der nordwestliche Teil mit der Hauptstadt Paris geht dabei an Charibert.
- 567 - Charibert stirbt, und so wird dessen Anteil am Frankenreich erneut unter den übrigen Brüdern (Chilperich I., Guntram und Sigbert) geteilt, doch so, dass Paris gemeinsames Eigentum bleibt.
- 596 – Fredegunde nimmt zusammen mit ihrem Sohn, Chlothar II., Paris und andere Städte in Austrasien und Neustrien in Besitz.
- 597 – Nach Fredegundes erobern Theodebert II. von Austrasien und Theoderich II. von Burgund ihr Städte zurück.
Frühmittelalter[]
7. Jahrhundert[]
- 613 - Chlothar II. wird König des Gesamtreiches (rex Francorum universorum) und vereint so zum dritten Male die fränkischen Länder unter einem Szepter. Er nimmt seine Residenz in Paris.
- 614/615 – Chlothar II. beruft eine große Versammlung von Bischöfen und Adligen nach Paris. Ziel ist es, Streit und Unzufriedenheit im Volk zu beenden. Bei diesem Treffen werden Steuern und Zölle neu geregelt und die Regeln für die Wahl der Bischöfe festgelegt. Erlass des „Edictum Parisiense“ (Edictum Chlotharii) zur Regelung kirchlicher und administrativer Fragen.
- 629 - Dagobert I. wird König des fränkischen Gesamtreiches (rex Francorum) und nimmt seine Residenz in Paris.
- 657 – Nach der Usurpation des austrasischen Thrones durch den mächtigen Hausmeier Grimoald den Älteren und dessen Sohn, Childebert, lässt ihn König Chlodwig II. in Paris hinrichten.
- 687 - Schlacht bei Tertry: Pippin II. von Herstal besiegt Theuderich III. und seinen Hausmeier Berchar, die sich in Paris verschanzen. Er bringt den König in seine Gewalt und erringt die faktische Herrschaft über das gesamte Frankenreiches. Beginn der dauerhaften Dominanz der Arnulfinger/Pippiniden.
- um 688 - Berchar wird ermordet, wodurch Pippin II. formal die Hausmeierwürde von Neustrien und Burgund übernimmt.
8. Jahrhundert[]
- 754 - Als der von den Langobarden bedrängte Papst Stephan II. in das Frankenreich kommt und Pippin III. um Hilfe bittet, lässt dieser ihn zu sich kommen und sich in der Kathedrale von Saint-Denis zu Paris von ihm nochmals zum König salben und krönen und zugleich auch seine Söhne Karlmann I. und Karl.
9. Jahrhundert[]
- 856/57 - Wikinger plündern Paris.
- 884 - Karlmann II. von Frankreich stirbt und wird in der Kathedrale von Saint-Denis bei Paris beigesetzt.
- 885 - Dänische Wikinger unter dem Befehl von Siegfried und Rollo belagern Paris.
- 888 - Graf Odo von Paris stürzt Karl III. den Dicken. Der westfränkische Adel übergeht den Thronanspruch des erst 9-jährigen Karls III. des Einfältigen und wählt Odo zum König, welcher die Dynastie der Robertiner begründet. Damit gelangt erstmals ein Nichtkarolinger auf den Thron des Westfrankenreiches. In einigen Quellen Beginn des Staates Frankreich.
Hochmittelalter[]
Unter der Herrschaft der Kapetinger (987- 1328) entwickelte sich Paris zu einem wichtigen Handels- und Verwaltungszentrum des Reiches.
12. Jahrhundert[]
Im 12. Jahrhundert wurde die Universität von Paris gegründet, eine der führenden Universitäten Europas. Die Stadt war auch ein Zentrum für die Schaffung illuminierter Manuskripte und die Geburtsstätte der gotischen Architektur.
- 1180 - Philipp II. August wird König von Frankreich. Er macht Paris zur Hauptstadt.
- 1191 - Gründung der Universität Paris.
Spätmittelalter[]
Trotz Bürgerkriegen, der Pest und ausländischer Besatzung wurde Paris während des Mittelalters zur bevölkerungsreichsten Stadt der westlichen Welt.
Quellen[]
- Britannica: Paris - Definition, Map, Population, Facts, & History. Zugriff am 20. August 2025.
- Introducing Paris: History of Paris - A revolutionary history. Zugriff am 20. August 2025.
- Pierer's Universal-Lexikon: Franken (1) (Zeno,org). Altenburg, 1858. Bd. VI, S. 467-476.
- Wikipedia: History of Paris (EN). Version vom 20.08.2025.
- Wikipedia: Paris in the Middle Ages (EN). Version vom 20.08.2025.
Einzelnachweise[]
- ↑ Pierer's Universal-Lexikon: Franken (1) (Zeno.org). Altenburg, 1858. Bd. VI, S. 467-476.