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Der Regenzauber gehört mit zu den uralten Wetterzaubern, die über die ganze Erde verbreitet sind. Als Feldkult ist er auch bei den Germanen zur römischen Eisenzeit (ca. 1-375 n. Chr.) nachweisbar.

Beschreibung

Die sog. Regensteine, und mit ihnen der Regenzauber, spielten auch im Mittelalter noch eine bedeutende Rolle. Man begoss sie mit Wasser oder tauchte sie ins Wasser, um dadurch den für das Gedeihen der Feldfrüchte notwendigen Regen zu erlangen.

Einen feierlichen Regenzauber im Anfang des 11. Jhds. beschreibt Bischof Burchard von Worms. Danach entblößte man ein kleines Mädchen, führte es, nachdem man Bilsenkraut an die kleine Zehe seines Fußes gebunden hatte, an fließendes Wasser und besprengte es mit diesem; dann musste es rücklings zurückgehen. So hoffte man bei Dürre sicher Regen zu erlangen [1].

Nacktheit, Rückwärtslaufen und Laubschmuck sind Forderungen, die man vielfach beim Zauber findet. Auch dieser Regenzauber wurde zur volkstümlichen Sitte, die in der Laubpuppe, dem Gräskönig und dergleichen und allerhand Frühlingsbräuchen in Land und Stadt fortlebt.

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Die Bussordnungen der abendländischen Kirche (Digitalisat BSB). Ludwig Wilhelm Hermann Wasserschleben. Halle : Ch. Graeger, 1851. S. 664
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