FANDOM


Saxnót ist in der Germanischen Mythologie der Kriegsgott der Sachsen. In Stammtafeln von Essex taucht er (als Saxnéat) als Sohn Vódens auf. [1] Nach ihrer gewaltsamen Bekehrung mussten die Sachsen nach der Abschwörungsformel von Karl dem Großen aus dem Jahre 772 dem heidnischen Götterglauben entsagten, indem sie zugleich dem Thuner bzw. Thunar (Thor), Wodan und Saxnot absagten. In solchen altdeutschen Taufformeln erscheint er also neben Wodan und Thor als dritter Hauptgott. [2].

Beschreibung

Saxnot gilt als "Schwertgott" und Gott des Krieges, und sein Name bedeutet "Schwertgenosse". Das Wort Sachs (Sax), von dem der Name der Sachsen (Saxones) eine Ableitung ist, bedeutet ebenfalls eine Art "Schwert".

Die angelsächsischen Genealogien der Könige vom Essex (Stammtafel der Westsachsen) weisen auf einen Helden oder Gott namens Saxneat bzw. Seaxnēat als Wodans Sohn, hin. Ursprünglich platzierte diese Stammtafel Seaxnēat an seiner Spitze. Später wurde sie geändert und zeigten nun Seaxnēat als Sohn Wodans und sieben Generationen später den ersten König von Essex: Woden, Seaxnēat, Gesecg, Andsecg, Swaeppa, Sigefugel, Bedca, Offa, Aescwine (ca. 527-587). Mehrere Altertumsforscher sind zudem geneigt, Saxnot mit Tyr, Irmin und ebenso mit Tuiscon zu identifizieren.

Abschwörformeln

Wie alle heidnischen Götter verwandelte sich Saxnot für die neuen Christen nicht bloss in einen Götzen, sondern in den Teufel selbst. Sein Name erhielt sich aus dem sächsischen Taufgelöbnis von Karl dem Großen aus dem Jahre 772, das in einer vatikanischen Handschrift aufbewahrt ist. Diesem kirchlichen Glaubensbekenntnis ging eine Abschwörungsformel voran, die die Abschwörung des Glaubens an heidnische Götter und Götzendienst enthielt. Sie ist deshalb bemerkenswert, weil darin die Namen der obersten germanischen Gottheiten angeführt sind: Donar, Wodan und Saxnot. Wer den alten Göttern anhing, ihnen heimlich opferte, hieß Teufelsdiener; die alten Taufgelöbnisse fragten also einfach: "Widersagst du dem Teufel?". Antwort: "Ich widersage dem Teufel und der Teufelsverehrung und allen Werken und Worten des Teufels, dem Donar und dem Wodan und dem Saxnot und allen den Unholden, die ihre Genossen sind." [3]

Sächsisches Taufgelöbnis
Forsachistù diobole? - Ec forsacho diabole.
End allum diobol gelde? - End ec forsacho allum diobol geldae.
End allum dioboles uuercum? - End ec forsacho allum diobolea uuercum [and uuordum, Thuner ende Uuôden ende Saxnôte ende allum thêm unholdum thê hira genôtas sint].
Gelôbistù in got alamehtigan fader? - Ec gelôbo in got alamehtigan fader.
Gelôbistù in Crist godes suno? - Ec gelôbo in Crist gotes suno.
Gelôbistu in hâlogan gâst? - Ec gelôbo in hâlogan gâst. [2]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Deutsche Mythologie (Internet Archive). 3 Bände. Jacob Grimm. 4. Aufl. von E. H. Meyer. Berlin, F. Dümmler, 1875. Bd. III, S. 379
  2. 2,0 2,1 Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem VIII.-XII. Jahrhundert (Internet Archive). Müllenhoff und Scherer. 2. Aufl. Berlin : Weidmann, 1873. Nr. 51
  3. Götzinger, E.: Reallexicon der Deutschen Altertümer. Leipzig 1885., S. 968-974.
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.