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Als Sonnengott tauchten in den Hochkulturen des Alterums verschiedene Personifikationen auf, die im Rahmen eines Sonnenkultes verehrt wurden. In Anlehnung an ein dazugehöriges Sonnenepos waren damit auch Sonnenzeremonien und Opferriten verknüpft.

Beschreibung

Die Sonnenverehrung, die der Macht der Sonne galt, entwickelte sich parallel mit dem Sonnenzauber. Zu den bekanntesten mythologischen Sonnengöttern gehören:

Von den Germanen berichtet Caesar (BG IV, 21, 2) [1]: „Als Götter verehren sie nur Sonne, Vulkan (d.h. Feuer) und Mond, die sie sehen und deren offenbaren Einfluss sie wahrnehmen.“ Weitere Personifikationen des Sonnen- bzw. Lichtprinzips finden sich im Rahmen des Sonnenepos.

Germanische Mythologie

In altgermanischen Quellen lässt sich keine besondere Gestalt nachweisen, die man als Sonnengottheit im Kultus verehrte. Wohl aber brachte man Götter für Fruchtbarkeit wie mit dem Wetter überhaupt, so auch mit der Sonne in Zusammenhang. Dies sind der norwegische Thor und der schwedische Freyr. Bei jenem ging man, wie der Name lehrt, von der atmosphärischen Erscheinung, dem Gewitter, aus, durch das Fruchtbarkeit des Bodens erzeugt wurde, und machte so Thor zum Gott des Wetters und damit auch des Sonnenscheins. Hieraus erklären sich die phallischen Männerfiguren der Hällristningar mit Sonnenrad und Axt. Bei Frey dagegen ging man von der Fruchtbarkeit der Erde aus und ließ ihn als Gott der Fruchtbarkeit über Regen und Sonnenschein walten [2]. Himmels- oder Sonnengott war aber deshalb weder der eine noch der andere.

Zyklische Natur

Der Sonnengott wurde durch die Sonne am Himmel symbolisiert, und aufgrund der Veränderungen, die die verschiedenen Jahreszeiten mit sich bringen, war er ebenfalls eine sich entwickelnde Gottheit und hatte viele Facetten. Der Sonnengott ist ein zyklisches Wesen, eng verbunden mit dem Grün des Landes. Seine Geschichte bzw. die Reise der Sonne spiegelt sich daher auch im zyklischen Sonnenepos bzw. den Sonnenfesten wieder. Der Sonnengott erscheint in dieser zyklischen Vorstellung auch als sein eigener Vater, der seine Mutter liebt und ihr Ehemann wird (Beltane).

So war denn z.B. in der keltischen Mythologie der Sonnengott auch als „Mabon/Maponos, Sohn der Modron“ bekannt, was auf wallisisch wörtlich „Sohn, Sohn der Mutter“ bedeutet. Dieses spiegelt eine Vorstellung wieder, die sich in mehreren Religionen auf der ganzen Welt findet (u.a. auch im ägyptischen Osiris-Horus-Mythos): Ein magischer Sohn, der (meist in bescheidenen oder unter schweren Verhältnissen) von einer Mutter geboren wird, die keinen Mann zu haben scheint (vgl. auch die Bezeichnung „Sohn einer Witwe“).

Attribute

In den alten Kulturen wurde der Sonnengott häufig mit Strahlenkranz und Peitsche (für den Sonnenwagen), Fackel oder Kugel in der Hand dargestellt. Dabei ist zu bemerken, dass das Attribut der Sonne als Heiligenschein, Lichtkreis oder Strahlenkranz um die Gestalt oder das Haupt in vielen alten Kulturen göttliche oder heilige Personen charakterisiert. Stier (z.B. Mnevis) und Löwe waren seine geheiligten Tiere und in Ägypten wurden die Obelisken als Sonnensäulen geweiht. Sie Sachsen verehrten den Sonnengott als halbnackten Mann mit einem flammenden Rad auf der Brust.

Personifikationen

Da die Sonne das aktive männliche Prinzip verkörpert, sind folglich die meisten Sonnengötter männlich. In Ägypten hieß der Sonnengott in drei verschiedenen Götterreihen Ra, Osiris und Aton. Bei den Phöniziern, Kananitern und Karthagern war Baal der Sonnengott; da aus älterer Zeit die Personifikation Baals als Stier galt, so wurde auch Moloch oder Melkarth als Sonnengott in Stierform verehrt.

In der Zeit der Griechen und Römer erscheinen im Helios, Sol und Mithras als Sonnengötter. Im Christentum nimmt Jesus diese Position ein, wobei sich z.B. neben dem Heiligenschein auch seine Dornenkrone oder als Symbol der Sonne und ihrer Strahlen deuten läßt. [3] In der nordischen Mythologie ist Sol, die Schwester Mánis, ein der wenigen weiblichen Sonnengötter, daneben taucht im althochdeutschen und altsächsischen die Sunna auf (2. Merseburger Zauberspruch).

Als Gehörnter Gott

Überraschend häufig wird der Sonnengott im europäischen Volksglauben mit Hörnern dargestellt, in England und Frankreich auch mit dem Geweih eines großen Hirsches. Als gehörnter Gott, z. B. Herne, Cernunnos oder Pan, ist er Herrscher über die wilden Tiere in den Wäldern. Wie die Große Göttin, hat auch er drei Aspekte.

Seine haarigen Beine und Hufe verbinden ihn mit dem Reich der Tiere, deren Hüter und Hirte er ist; sein menschlicher Oberkörper enthält sein menschliches Herz und zeigt, dass er Gefühle für die Menschheit hat, die in seiner Obhut steht, und daß er der Gott des Lebens ist (die lebensspendende Sonne). Das herrschaftliche Geweih zeigten, dass er selbst ein Gott ist. Dieses Geweih ist das Symbol für die Sonnenstrahlen, für die Kraft des Lichtes, für die Mitwirkung bei der Schöpfung, und wie die Zacken auf der Krone des irdischen Königs, so steht es für die Königswürde (vgl. Hirsch als König des Waldes).

Der Gott der Sonne wandelt in drei Welten:

  • dem bescheidenen Land aller wilden und zahmen Tiere mit ihrer Einfachheit,
  • den vom Menschen geschaffenen Reichen mit all ihren kulturellen Errungenschaften, denn er ist seit eh und je der magische Schmied, der Schöpfer und Erfinder
  • und über all das hinaus ist er auch noch der göttliche Himmelsvater.

Als gehörnter Jäger, der mit einem Geweih gekrönt ist, erscheint dieser Sonnengott gleichzeitig als Gott der Natur oder Gott der Wildnis (s. Grüner Mann). Ebenso ist er Vorbote von Stürmen und Gewittern, wo er seine geheimnisvolle Hundemeute über den Himmel führt (vgl. Die Wilde Jagd).

Quellen

Einzelnachweise

  1. Caesar, Gaius Iulius. De Bello Gallico (Wikibooks). Paralleltext Lateinisch–Deutsch auf Gottwein.de. Lib. VI, 21, 2
  2. Snorra Edda. I 96
  3. Zeitgeist: Film,Untertitel,Orientation Video,Radio Show zeitgeistmovie.com
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