Mittelalter Wiki
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Die Stormarn oder auch Sturmarii (eh. Sturmi) waren ein nordelbischer Stamm der Sachsen, im Gebiet des heutigen Schleswig-Holsteins. Neben Ditmarschen und Holsten bildeten sie den Südholsteinischen Gau im Herzogtum Sachsen. Später verschmolzen die Gaue Holstein und Stormarn zur Grafschaft Holstein.

Beschreibung[]

Die Stormarn saßen an der Elbe um Hamburg. Ihr Name wird von Adam von Bremen (Hist. eul. c. 61) anno 1076 zusammen mit den anderen beiden nordelbischen Sachsenstämmen (Transalbianorum Saxonum) erklärt: [1]

"Tercii et nobiliores Sturmarii dicuntur, eo quod seditionibus ea gens frequens agitur. Inter quos metropolis Hammaburg caput extollit, olim viris et armis potens, agro et frugibus felix."
übersetzt: "Der dritte und edelste Stamm heißt Stormarn, weil dieser Gau häufig von Stürmen der Unruhe ergriffen wird. In seiner Mitte erhebt die Mutterkirche Hammaburg ihr Haupt, die früher reich war an Männern und Waffen, ergiebig an Land und Früchten."

In der Tat besteht ein mittelbarer Zusammenhang mit dem germ. sturma - 'Sturm, Unruhe, Kampfsturm'. So sind die Sturmarii die Nachfolger der Sturmi in ihren alten Stammsitzen. Diese Sturmi selbst rückten jedoch über die Elbe vor, in den nach ihnen genannten "pagus Sturmi" um Verden an der Aller. An sie erinnert auch das lant ze Stürmen oder Sturmlant des Gudrunliedes (Ältere Edda, Gudhrunarkvidha).

Frühmittelalter[]

Schleswig-Holstein Siedlungsgebiete 800-1100

Siedlungsgebiete im südlichen Jütland / Schleswig-Holstein von etwa 800 bis 1100

  • 804 - Karl der Große erobert die drei nordelbischen Sachsengaue (den Holstengau, Stormarn und Dithmarschen) und übergibt diese den Abodriten als nordöstlichen Teil Holsteins, der fortan als Wagrien bekannt wird. Die dort zuvor ansässigen Sachsen (Nordalbingier) werden ins Frankenreich deportiert.

Hochmittelalter[]

  • 1032 - Die slawischen Abotriten unter Fürst Gottschalk dem Wenden überfallen Stormarn und Holstein.

12. Jahrhundert[]

  • 1111 - Adolf I. von Schauenburg erhält vom sächsischen Herzog Lothar I. von Supplinburg die Grafschaften Holstein und Stormarn (mit Hamburg) zum Lehen.
  • 1130 - Adolf II., Edler Herr von Schauenburg, wird Graf von Holstein und Stormarn.
  • 1137 - Heinrich von Badewide erhält die Grafschaft Holstein-Stormarn.
  • 1139 - Die Holsten (Holsteiner, Stormarner und Dithmarscher) erobern das Land der Wagrier (Abodriten). Adolf II. kehrt nach Holstein-Stormarn zurück.
  • 1189 - Offizielle Gründung des Zisterzienserklosters Reinfeld (Holstein) in Stormarn.

13. Jahrhundert[]

  • 1201 - Albrecht II. von Orlamünde wird Graf von Holstein, Stormarn, Wagrien und Ratzeburg.

Quellen[]

Einzelnachweise[]

  1. Adam von Bremen, II, 17, S. 247. (Übersetzung nach der Ed. von Werner Trillmich, FSGA 11, 7. gegenüber der 6. um einen Nachtrag erweiterte Auflage, Darmstadt 2002, S. 137–499 (mit einem Nachtrag S. 758–764.)
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