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Unter Theologie (gr., lat. theologia; von theos = Gott und logos = Lehre) versteht man die Gotteslehre, die Wissenschaft von Gottes Beziehung zur Welt, von der Beziehung des Menschen zu Gott und seit Petrus Abaelardus auch die allgemeine Religionswissenschaft. [1]

Unterscheidungen

Theologie läßt sich in mehrere Facetten unterteilen. Einige von ihnen sind:

  • als Lehrbegriff von einem oder mehrern göttlichen Wesen (Götterlehre).
  • In engerem Sinn als Lehre vom dem wahren (christlichen) Gott und dem Verhältnis der Menschen zu ihm (Gottesgelehrsamkeit)
  • Als geoffenbarte Theologie, der sich Studenten (Theologen, Geistliche) durch Gelehrsamkeit in theologischen Dingen widmen, die in der näheren Offenbahrung Gottes begründet sind. (Theologische Wahrheiten)
    • Als Teil der geoffenbarten Theologie, der die Lehre von Gott, seinem Wesen, Personen und Werken enthält; im Unterschied zur philosophischen Anthropologie, die sich philosophisch mit dem Wesen des Menschen befasst.
  • Als natürliche Theologie, die aus natürlichen Quellen Erkenntnis über Gott gewinnt (z.B. aus menschlicher Vernunft und der mit den Sinnen wahrnehmbaren Welt) [2]

Beschreibung

Bei den antiken Griechen war Theologie allgemein die Lehre von den Göttern und den göttlichen Dingen, und ein Theologe derjenige, der eine Theogonie dichtete oder über den Ursprung der Dinge durch die Götter spekulierte.

In der alten christlichen Kirche nannte man einen Theologen denjenigen, der die Gottheit des Logos verfocht, z.B. Gregor von Nazianz (4. Jh.). Seit Petrus Abaelardus († 1142) bedeutet Theologie die gelehrte Darstellung der gesamten Religionswissenschaft.

Die Scholastik unterschied zwischen natürlicher und geoffenbarter Theologie. Die Fakultätswissenschaft der Theologie, welche eine Vereinigung von historischen, philologischen und philosophischen Kenntnissen ist und ihre dogmatische und ethische Seite hat, steht mit der Philosophie und ihrer Geschichte im Zusammenhang.

Immanuel Kant

Immanuel Kant (1724-1804) teilte die Theologie als Erkenntnis des Urwesens, in die Erkenntnis aus Offenbarung (revelata) und die Erkenntnis aus bloßer Vernunft (rationalis):

  • Theologie als Erkenntnis des Urwesens
    • Erkenntnis aus Offenbarung (revelata)
    • Erkenntnis bloßer Vernunft (rationalis)
      • Deismus: transszendentale Erkenntnis aus bloßer Vernunft, die Gott nach reinen Anschauungsbegriffen als Urwesen und Weltursache ansieht
        • Ontotheologie: Erkenntnis Gottes aus bloßen Begriffen
        • Kosmotheologie: Erkenntnis Gottes aus dem Dasein einer Welt überhaupt und ihrer Zufälligkeit.
      • Theismus: natürliche Erkenntnis aus bloßer Vernunft, die Gott analogisch-anthropomorphistisch nach Erfahrungsbegriffen als Welturheber erkennt
        • Physikotheologie: Erkenntnis Gottes als Urhebers der in der natürlichen Sinnenwelt vorhandenen Ordnung und Vollkommenheit
        • Moraltheologie: die Erkenntnis Gottes aus der praktisch notwendigen sittlichen Ordnung der Welt. [3]

Quellen

  1. Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Band 2. Berlin 1904, S. 498-500.
  2. Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 576.
  3. Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 630-631.
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