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Viereckschanzen oder Keltenschanzen sind die Überreste von befestigen Anlagen aus der späten Latènezeit (ca. 450-100 v. Chr.). Hierbei handelt es sich um quadratische, manchmal auch rechteckige Areale mit einem umlaufendem Wall und Graben. Einige dienten als keltische Gutshöfe, andere als befestigte Ritualbezirke und Tempelanlagen der Kelten.

Als Keltische Ritualbezirke

Obwohl die Kelten vor ihrem Kontakt mit der Römischen Kultur nur wenige feste Tempel errichteten, gab es doch einige wenige Tempelanlagen oder befestigte Ritualbezirke auch schon in vorrömischer Zeit. Sie befinden sich etwa in dem Dreieck Zürich - Salzburg - Frankfurt.

Ein irreführender, ungemein deutscher Begriff, der sich sogar in die internationale Fachsprache eingeschlichen hat, ist die Bezeichnung "Viereckschanze", da man zunächst davon ausging, dass man hier auf Befestigungsanlagen gestoßen sei. In Wirklichkeit handelt es sich aber um ummauerte Kultbezirke, deren auffälligste Eigenart die tiefen Opferschächte sind, die in einigen von ihnen entdeckt wurden.

Es ist zu vermuten, dass die Kelten über diese bis zu 40 Meter tiefen Schächte Kontakt zur Erde aufnehmen wollten. Die Archäologen, die Ritualschächte dieser Art gefunden haben, bargen zahlreiche Figuren, Keramiken, Knochenfunde und Metallarbeiten. Auch ganze Bäume sind darin gefunden worden. Trotz dieser Funde weiß man so gut wie nichts darüber, welcher Art die Rituale in diesen Tempelbezirken waren, und es ist müßig, darüber Vermutungen anzustellen.

Viereckschanzen gibt es in Deutschland einige, insbesondere in Baden-Württemberg: in Altheim-Heiligenkreuztal, Aldigen-Aixheim, Hardheim-Gerischtstetten, Königheim-Brehmen, Heidenheim-Schnaitheim, Nattheim-Fleinheim, Kirchheim, Lienfelden, Echterdingen, Nürtingen, Pliezhausen-Rübgarten, Rottweil-Neukirch. In Bayern liegen zwölf Viereckschanzen südlich von München sowie in Poign, Laibstadt und Custenlohr. Rheinland-Pfalz hat eine Viereckschanze auf dem Donnersberg, im Saarland findet man bei Bliesbrücken etliche Opferschächte, und in Franken sind das Walberla bei Forchheim und die Bärenburg bei Spalt bekannte Stätten. [1]

Quellen

  1. Ansha - Die magische Welt der Kelten, Ludwig, 1900.
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