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Der Zellenschmelz (émail cloisonné) ist ein Ornamentikverfahren der Emailmalerei und eng verwand mit dem älteren Grubenschmelz (émail champlevé).

Beschreibung

Beim Zellenschmelz wird die zu verzierende Fläche durch vertikale Lamellen aus Gold oder Bronze in verschiedene Muster eingeteilt und die Zwischenräume mit Schmelz, Almandinen oder Glas gefüllt.

Abgrenzungen

Der Unterschied zum „Zellwerk“ (verroterie cloisonnée) besteht darin, dass beim Zellenschmelz Glasflüsse in die Goldzellen gefüllt werden, während beim Zellwerk die Einlegearbeiten vorrangig aus Halbedelsteinen oder Glasstückchen bestehen.

Vom älteren „Grubenschmelz“ (émail champlevé) unterscheidet sich der Zellenschmelz dadurch, dass dort Glasflüsse in Vertiefungen (Gruben) eingefüllt werden, die zuvor in den Grund eingegraben werden, während beim Zellenschmelz die Trennwände der Goldzellen auf die Grundplatte aufgesetzt werden. [1]

Entwicklung

Die Verzierungsart mit Zellenschmelz war vom 5. bis ins 7. Jhd. ungemein häufig und findet sich auf Fibeln, Schnallen, Nadeln, Ringen, Knöpfen, Schwertern usw. Ein Hauptbeispiel dieser Technik ist das Emailkreuz von Paschalis I. (817-824) aus dem „Schatz“ der Papstkapelle ad Sancta Sanctorum („die Allerheiligste“) des Laterans in Rom, italienische Arbeit aus dem ersten Viertel des 9. (?) Jhds. [2], andere Datierungen vermuten eher das 6. oder 7. Jhd. [3] Um das Jahr 1100 nennt Theophilus Presbyter in seiner Schedula diversarum artium [4] diese Technik „electrum“.

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Email - Zellenschmelz (Version vom 11.02.2020)
  2. Vatikanische Museen: Emailkreuz von Paschalis I. (817-824) in der Kapelle des hl. Märtyrers Petrus (Inv. 61881).
  3. Grisar, Hartmann. Die römische Kapelle Sancta Sanctorum und ihr Schatz (Internet Archive). Freiburg im Breisgau : Herder, 1908, S. 58 ff.
  4. Theophilus Presbyter, Schedula diversarum artium.
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