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Das Zepter oder auch Szepter (lat. sceptrum, virga) ist als Insignie das Symbol eines Herrschers eines Reiches und wurde ursprünglich getragen von Kaisern und Königen, später auch von Fürsten. [1] So sind z.B. das Königs- und Kaiserzepter Teil der Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches.

Beschreibung

Neben der Krone war im Heiligen Römischen Reich das Zepter das wichtigste Symbol der königlichen Herrschaft. Der König hielt es in der Rechten bei besonders feierlichen Anlässen, wie dies auch Siegelbildnisse der Herrscher seit 962 veranschaulichen.

Vom Zepter wurde der Stab unterschieden (lat. baculus, virga). Beide treten nebeneinander auf: das Zepter als Lilienzepter seit Karl dem Kahlen (823–877) in Frankreich, Deutschland und in anderen Ländern; der Stab als längerer Gehstock, der anfangs mit einer Kugel, später mit einer stilisierten Blume oder dem Kreuz abschloß.

Die unter Otto III. entstandene Graphia aureae urbis berichtet, dass der Kaiser ein Zepter mit einem goldenen Adler führe, und auch stellen die Siegel seit Konrad II. (990-1039) einen Adler dar, der teils auf der Hand des Monarchen sitzt, teils auf dem Zepter, jedoch nie auf dem langen Königsstab [2]. Krone und Zepter galten oft als die eigentlichsten insignia regni, als regalia insignia oder regalia schlechthin.

Hochmittelalter

Im Hochmittelalter im Übergang vom 11. in das 12. Jh. erscheint z.B. an Zeptern häufig ein Hundekopf als Symbol der Geistlichkeit (Bild), wahrscheinlich in Beziehung auf ihr Hirtenamt. So findet man ihn auch an vielen Bischofsstäben und Bischofssitzen. [3]

Reichsinignien

Zu den Reichsinignien des Heiligen Römischen Reiches gehören:

  • Das Kaiserzepter aus vergoldetem Silber.
  • Das Königszepter.

Das ursprüngliche Reichszepter ging schon frühzeitig verloren. Von den noch vorhandenen bildet das ältere, das wahrscheinlich aus dem 14. oder Ende des 13. Jhs. stammt, einen hohlen Stab von zwei Fuss Länge, der aus vergoldetem Silberblech besteht, an drei Stellen durch vergoldete Ringe und Knäufe unterbrochen wird und an seiner Spitze eine Eichel mit vier Eichenblättern trägt. Ein zweites Königszepter ist einfach aus Silber, glatt, hohl und rund, ein drittes, das spätere eigentliche Reichszepter, ist wahrscheinlich eine nürnbergische Goldschmiedearbeit aus dem 16. Jh.

Galerie

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Zepter
  2. s. Posse, Die Siegel der deutsche Kaiser. Bd. I, Taf. 12 ff.
  3. Hefner-Alteneck, Trachten, Kunstwerke. aaO. Bd. I, S. 35, Tafel 64 A
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